Hunderte tote Tauben in Kölner Lost Place

Köln. Ein grausiger Fund erschüttert Köln: In einem verlassenen Gebäude haben ehrenamtliche Tierschützer Hunderte tote Tauben entdeckt. Die Kadaver lagen über mehrere Etagen verteilt, viele davon bereits stark verwest. Nach Einschätzung der Helfer sind zahlreiche Tiere langsam und qualvoll verendet. Der Fall dürfte kein Einzelfall sein.

Hinweise auf das leer stehende Gebäude hatte das „Team für Tiere Köln“ über die Polizei erhalten. Bereits bei der ersten Begehung bestätigte sich der Verdacht: Das ehemalige Firmengelände hatte sich zu einer tödlichen Falle entwickelt. Vier Stockwerke und ein Keller waren mit dicken Kot- und Verwesungsschichten bedeckt. „Überall lagen tote Tiere“, berichten die Ehrenamtlichen. Selbst erfahrene Tierschützer zeigen sich vom Ausmaß schockiert.

Ursache des Massensterbens sind offenbar bauliche Mängel. Vermutlich wurden Fenster und Öffnungen bei der Stilllegung des Gebäudes nicht fachgerecht gesichert. Tauben konnten hineinfliegen, fanden jedoch keinen Weg mehr hinaus. In abgehängten, teils losen Kunststoffdecken vermuten die Helfer weitere Tiere, darunter brütende Tauben.

Immerhin konnten zwölf lebende Tiere gerettet werden, darunter zwei Küken und ein Jungtier. Sie sind stark geschwächt und werden derzeit versorgt. Weitere Rettungsaktionen sind geplant. Das Gebäude gehört der Stadt Köln, die nun gemeinsam mit Tierschutzorganisationen eine systematische Durchsuchung vorbereitet. Anschließend sollen alle Zugänge professionell verschlossen werden.

Die Tierschützer warnen eindringlich: Angesichts des hohen Leerstands von Industrie- und Bürogebäuden in Köln könnte es weitere solcher Todesfallen geben. Sie appellieren an Bürgerinnen und Bürger, nicht wegzusehen und verdächtige Gebäude zu melden.

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