Hochbunker Agathof ausgezeichnet

Kassel. Kassel hat einen neuen Leuchtturm der Baukultur: Der ehemalige Hochbunker Agathof im Stadtteil Bettenhausen ist mit dem Hessischen Landespreis Baukultur 2025 ausgezeichnet worden. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum ehrte das Projekt als eines von fünf herausragenden Beispielen für gelungene Transformation im Gebäudebestand.

Die Preisverleihung fand in Kassel im Hallenbad Ost statt. Wohnungsbauminister Kaweh Mansoori hob in seiner Laudatio hervor, dass Umbauten wie der Agathof-Bunker weit mehr als architektonische Leistungen seien: „Wenn wir bestehende Räume gemeinsam neu denken, entsteht Vertrauen, Gemeinschaft und Identität.“ Umbauten im Bestand seien entscheidend, um Stadtviertel sozial und ökologisch aufzuwerten, ohne zusätzlichen Flächenverbrauch oder Ressourcenverschwendung.

Vom Schutzraum zum Kulturraum

Der denkmalgeschützte Betonkoloss aus dem Zweiten Weltkrieg wird derzeit zu einem Kultur- und Begegnungszentrum umgebaut. Künftig sollen dort unter anderem die Vereine Kulturfabrik Salzmann und Klangkeller Veranstaltungen anbieten. Die Umgestaltung ist spektakulär: Meterdicke Wände und Decken wurden entfernt, Fenster hineingeschnitten und ein neues Dach aufgesetzt. Abgetragene Materialien wie Ziegel fanden beim Innenausbau Wiederverwendung.

Die ProjektStadt, die im Rahmen des Fördergebietsmanagements beteiligt ist, koordinierte das Vorhaben. Projektleiter Clemens Exner und Ulrich Türk zeigten sich bei der Preisverleihung stolz über die Anerkennung: „Ein einzigartiges Projekt mit vielen Herausforderungen – wir freuen uns, dass unser Einsatz gewürdigt wird.“

Baukultur als Motor für nachhaltige Stadtentwicklung

Unter dem Motto „ZUSAMMEN UmGEBAUT – Gute Räume für sozialen Zusammenhalt“ würdigte die Jury Projekte, die zeigen, wie Umbauen Gemeinschaft stiften kann. Neben Kassel wurden unter anderem das Kommunikationszentrum G1 in Gudensberg, die Stadthalle Hattersheim, das Elf-Apostelhaus in Tann (Rhön) und das Niemeyerhaus in Wildeck-Hönebach ausgezeichnet.

Begleitend zur Preisverleihung diskutierten rund 100 Fachleute in Kassel über Strategien für klimafreundliches, sozial orientiertes Bauen im Bestand. Ein Highlight war der Rundgang zur St.-Kunigundis-Kirche, die künftig gemeinwohlorientiert genutzt werden soll – ein weiteres Beispiel, wie Baukultur Zukunft schafft, ohne Neues zu verbrauchen.

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