Berlin. Das traditionsreiche Eierhäuschen am Rand des Berliner Plänterwalds schließt erneut seine Türen. Trotz aufwendiger Sanierung, guter Resonanz bei Gästen und großer symbolischer Bedeutung endet der Betrieb des Restaurants EI-12437-B bereits im Dezember. Erst im Februar 2024 hatte die Gastronomie nach vier Jahren Bauzeit in dem über 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Gebäude eröffnet – als Hoffnungsträger für die Wiederbelebung des lange brachliegenden Spreepark-Areals.
Pächterin Jessica-Joyce Sidon begründete die Aufgabe öffentlich mit wirtschaftlichen Zwängen. Zwar seien Wochenenden und Veranstaltungen gut besucht gewesen, unter der Woche jedoch habe es an Laufkundschaft gefehlt. Hinzu kamen stark gestiegene Kosten sowie die anhaltenden Bauarbeiten rund um den Spreepark, darunter die verzögerte Wiedereröffnung des Geländes und fehlende Parkmöglichkeiten. Nach einem schwierigen Sommer und der vorzeitigen Schließung des Biergartens Mitte September sei ein Weiterbetrieb nicht mehr möglich gewesen.
Das Bedauern über das Aus ist groß. In sozialen Netzwerken äußern zahlreiche Gäste und prominente Unterstützer ihre Enttäuschung über den erneuten Stillstand an diesem beliebten Ausflugsort. Das Eierhäuschen galt vielen als gelungenes Beispiel dafür, wie Gastronomie, Kunst und Natur miteinander verbunden werden können.
Die landeseigene Gesellschaft Grün Berlin, Eigentümerin des Areals, sucht nun einen neuen Betreiber. Ein Wechsel des gastronomischen Konzepts ist angekündigt. Während der Wintermonate soll zumindest ein eingeschränktes Angebot für Besucher des Spreepark Art Space bestehen bleiben. Langfristig ist geplant, Restaurant und Biergarten mit der offiziellen Eröffnung des Spreeparks im Frühjahr 2027 neu zu starten. Bereits 2026 soll es eine Interimslösung für den Biergarten geben.
Das erneute Scheitern wirft jedoch auch ein Schlaglicht auf die Herausforderungen des ambitionierten Spreepark-Projekts, das zuletzt wegen hoher Kosten und unklarer Wirtschaftlichkeit in der Kritik stand. Das Eierhäuschen bleibt damit vorerst ein Symbol für große Erwartungen – und schwierige Realität.
