Hagenow. Mitten im Wald bei Viez im Landkreis Ludwigslust-Parchim steht ein ungewöhnlicher Lost Place: die Ruine einer ehemaligen Autobahnbrücke. Sie gehört zu den Relikten der in den 1930er-Jahren begonnenen Reichsautobahn zwischen Berlin und Hamburg. Heute sind vor allem bröckelnder Beton und freiliegendes Ziegelmauerwerk geblieben.
Die Brücke entstand im Zusammenhang mit den Planungen und Bauarbeiten für die damalige Reichsautobahn. Der Abschnitt zwischen Berlin und Hamburg wurde unter den Nationalsozialisten begonnen, der Mythos von den sogenannten „Straßen Adolf Hitlers“ prägte später die öffentliche Wahrnehmung. Die erhaltene Ruine macht sichtbar, wie stark die damalige Verkehrspolitik auch die Landschaft veränderte.
Während die Autobahn längst Teil des modernen Verkehrsnetzes ist, blieb die alte Brücke bei Viez funktionslos zurück. Die Natur hat sich das Bauwerk zunehmend zurückerobert. Gerade dieser Gegensatz macht den Ort für die Lost-Place-Szene interessant: Zwischen Bäumen steht ein Relikt monumentaler Infrastruktur, dessen ursprüngliche Funktion längst verschwunden ist.
Die Brückenruine ist damit mehr als ein verlassener Bau. Sie erinnert an ein Kapitel deutscher Verkehrs- und NS-Geschichte, das bis heute in der Landschaft sichtbar geblieben ist.
