Alte Schule in Ostenfeld wird abgerissen

Ostenfeld. In Ostenfeld verschwindet ein Stück Ortsgeschichte: Das erste Schulgebäude des Dorfes aus dem 19. Jahrhundert wird derzeit abgerissen. Das markante Reetdachhaus mit gelbem Mauerwerk prägte über Jahrzehnte das Zentrum des Ortes – nun macht es Platz für einen Neubau.

Geplant ist ein modernes Feuerwehrgerätehaus mit angeschlossenem Dorfgemeinschaftszentrum. Bürgermeisterin Eva-Maria Kühl verteidigt die Entscheidung: Das bestehende Gerätehaus aus den 1970er-Jahren entspreche weder den aktuellen technischen Anforderungen noch den Vorgaben zur Schwarz-Weiß-Trennung von Einsatz- und Privatkleidung. Zudem fehle Raum für Schulungen und Verwaltung. Insgesamt sind rund sechs Millionen Euro für das Projekt veranschlagt. Baubeginn soll im Spätherbst sein – sofern Fördermittel bewilligt werden.

Im zweiten Bauabschnitt entsteht ein neues Gemeindezentrum. Dort sollen künftig auch Bürgermeisterbüro und Archiv untergebracht werden. Als kulturelles Highlight ist die Ausstellung eines historischen Friesenzimmers mit Delfter Kacheln und Alkoven geplant, das bislang eingelagert war.

Kritik kommt von der IG Baupflege Nordfriesland/Dithmarschen. Die Initiative bedauert den Verlust des Gebäudes ausdrücklich. Als an den regionaltypischen Haustyp des Geesthardenhauses angelehntes Bauwerk habe die Alte Schule das Ortsbild und die Kulturlandschaft wesentlich geprägt. Zudem besitze sie als erstes Schulgebäude des Ortes kulturhistorische und städtebauliche Bedeutung.

Die Gemeinde verweist dagegen auf wirtschaftliche Zwänge: Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz, ist feucht und sanierungsbedürftig. Ein neues Reetdach oder eine grundlegende Modernisierung der Wohnungen seien finanziell nicht darstellbar. Seit der Schließung der Schule im Jahr 1956 war das Haus als Wohngebäude genutzt worden.

Mit dem Abriss endet ein Kapitel Dorfgeschichte – und zugleich beginnt ein millionenschwerer Umbau der Ortsmitte, der in Ostenfeld nicht unumstritten ist.

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