Rotenburg. Für das Dura-Werk am Rönnebrocksweg in Rotenburg kommt das Ende. Der traditionsreiche Industriebetrieb soll zum Jahresende geschlossen werden. Für die noch 58 Beschäftigten bedeutet das den Verlust ihrer Arbeitsplätze. Die Belegschaft kämpft nach Gewerkschaftsangaben zudem um Abfindungen. Der Industriestandort blickt auf eine Geschichte bis in die frühen 1960er-Jahre zurück. Begonnen hatte die Produktion einst mit Fahrradteilen für Heidemann. Zuletzt fertigte das Werk unter anderem Komponenten für die Automobilindustrie. Nach Angaben der Kreiszeitung sieht der Investor Middleground jedoch keine wirtschaftliche Zukunft mehr für den Standort.
Mit der Schließung rückt allerdings ein weiteres Problem in den Vordergrund: Unter dem Werksgelände befindet sich eine bekannte Bodenverunreinigung. Unsachgemäß gelagerte Altöle und Schlämme haben einen Kohlenwasserstoffschaden verursacht. Die Behörden beschäftigen sich bereits seit Jahren mit der Belastung und überwachen die Situation über regelmäßige Untersuchungen von Brunnen in den Nödenwiesen.
Nach aktuellem Kenntnisstand gelangen keine Kohlenwasserstoffe in die Wümme. Dennoch dürfte die Sanierung des Geländes teuer werden. Wer nach der Werksschließung für die weitere Sanierung verantwortlich ist und die Kosten trägt, hängt unter anderem von den Eigentumsverhältnissen ab. Der Landkreis steht dazu mit den US-Eigentümern in Kontakt. Ziel ist es, die Belastungen so weit zu beseitigen, dass das Areal anschließend wieder uneingeschränkt genutzt werden kann.
Eine spätere Wohnbebauung schließt der Landkreis grundsätzlich nicht aus. Konkrete Pläne gibt es bislang allerdings nicht. Damit steht Rotenburg vor einer schwierigen Aufgabe: Aus einem traditionsreichen Produktionsstandort könnte eine Industriebrache mit erheblicher Altlastenproblematik werden. Die Zukunft des Areals entscheidet sich damit nicht nur an der Frage einer neuen Nutzung, sondern auch daran, wer die Folgen der jahrzehntelangen industriellen Nutzung beseitigt.
