Gladenbach. Auf dem Marktplatz in Gladenbach haben die Abrissarbeiten begonnen. Eine aus dem Jahr 1987 stammende Buswartehalle wurde samt Fundament beseitigt. Damit nimmt die Neugestaltung des zentralen Platzes sichtbar Fahrt auf. In den kommenden Monaten soll hier eine moderne Mobilitätsstation für den öffentlichen Nahverkehr entstehen. Der Zeitplan ist ambitioniert: Die Bauarbeiten sollen spätestens vor dem Gladenbacher Kirschenmarkt 2027 abgeschlossen sein. Der Marktplatz wird für das Volksfest im Juli als Veranstaltungsfläche benötigt. Der Rückbau der alten Wartehalle verlief zwar zügig, brachte aber zusätzliche Herausforderungen mit sich. Die Dachkonstruktion aus Holz, Teerpappe und Kupfer musste aufgrund der unterschiedlichen Materialien aufwendig getrennt werden. Zudem wurden belastete Anstriche an Holzteilen und Stahlkonstruktion festgestellt.
Die entsprechenden Materialien werden deshalb als gefährlicher Abfall behandelt und fachgerecht entsorgt. Auch für die Stahlrohre musste zunächst ein geeigneter Entsorgungsbetrieb gefunden werden. Nach dem Abriss verlagert sich ein großer Teil der Arbeiten unter die Erde. Kanal-, Wasser- und Stromleitungen werden neu verlegt. Eine rund 300 Meter lange Wasserleitung soll künftig Quellwasser vom Haus des Gastes zum Marktplatz transportieren. Das Wasser ist unter anderem für ein neues Fontänenfeld und die geplante öffentliche Toilettenanlage vorgesehen. Auch die Barrierefreiheit wird verbessert. Gehwege und Fußgängerüberwege erhalten entsprechende Anpassungen und taktile Leitelemente für Menschen mit Sehbehinderungen.
Die neue Mobilitätsstation soll deutlich leistungsfähiger werden als der bisherige Busbahnhof. Drei Busspuren mit insgesamt sechs Haltepunkten schaffen mehr Platz für den öffentlichen Nahverkehr. Geplant sind außerdem kleine Wartehallen mit Glasflächen und begrünten Dächern, digitale Fahrgastinformationen sowie eine überdachte Fahrradabstellanlage für bis zu 28 Fahrräder. Eine Reparaturstation für Fahrräder ergänzt das Angebot. Eine neue Drei-Raum-WC-Anlage soll ebenfalls auf dem Marktplatz entstehen.
Während der Bauphase wird der Busverkehr über Ersatzhaltestellen in der Ferdinand-Köhler-Straße abgewickelt. Betroffen sind unter anderem die Linien X38, X40, 383 und MR-40 sowie Rufbusangebote. Mit dem Projekt erhält Gladenbach damit einen modernen Verkehrsknotenpunkt, der Busverkehr, Radmobilität und Barrierefreiheit künftig stärker miteinander verbinden soll.
