Abriss auf dem Hachez-Gelände startet

Bremen. Auf dem ehemaligen Werksgelände des Bremer Schokoladenherstellers Hachez sollen im Winter die Abrissarbeiten beginnen. Die Entwicklungsgesellschaft Denkmalstadt plant auf dem rund 10.900 Quadratmeter großen Areal an der Westerstraße ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnungen, Gewerbe, Gastronomie und Kultur. Die denkmalgeschützten Fabrikgebäude sollen dabei teilweise erhalten und saniert werden.

Hachez stellte die Schokoladenproduktion in Bremen 2020 ein. Ende 2024 schloss auch der Fabrikverkauf. Nun soll sich das ehemalige Produktionsgelände grundlegend verändern. Drei denkmalgeschützte Gebäude – darunter das historische Kontorhaus und die Produktionsbauten aus den Jahren 1895 und 1911 – sollen saniert und in das neue Quartier integriert werden. Auch das frühere Pförtnerhaus soll erhalten bleiben. Die Mischung aus historischer Bausubstanz und moderner Architektur soll die industrielle Vergangenheit des Standorts sichtbar halten. Gleichzeitig sind Neubauten vorgesehen, die das Gelände städtebaulich neu ordnen.

Geplant sind insgesamt rund 30.000 Quadratmeter Geschossfläche. Etwa 54 Prozent entfallen auf Wohnen, hinzu kommen Flächen für Gewerbe, öffentliche Nutzungen und Kultur. Ein Studentenwohnheim soll 111 Plätze bieten. Ein Klimaturm soll das Quartier mit Wärme und Kälte versorgen, während ein Mobilitätsspeicher den ruhenden Verkehr bündelt. Die Innenhöfe und Wege sollen weitgehend begrünt und vom Autoverkehr freigehalten werden.

Nicht umgesetzt wird nach aktuellem Stand eine ursprünglich vorgesehene Kindertagesstätte mit vier Gruppen. Auch Pläne für zusätzliche Schulräume und einen Umzug des Ortsamtes sind offenbar vom Tisch.

Das Hachez-Areal steht beispielhaft für die Umwandlung ehemaliger Industriestandorte in innerstädtische Wohn- und Arbeitsquartiere. Die Herausforderung besteht darin, historische Fabrikarchitektur nicht nur als dekorative Kulisse zu bewahren, sondern sie dauerhaft in das neue Stadtleben einzubinden. Wenn der Zeitplan eingehalten wird, könnte das Quartier in knapp vier Jahren fertiggestellt sein.

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