Hofheim. Auf dem ehemaligen Werksgelände des Maschinenbauers Polar Mohr in Hofheim am Taunus haben die Abrissarbeiten begonnen. Wo über Jahrzehnte Maschinen für die Druckweiterverarbeitung produziert wurden, soll ein neues Stadtquartier mit mehr als 400 Wohnungen entstehen. Ergänzend sind soziale Einrichtungen und ein Hotel vorgesehen. Der Start der Abbrucharbeiten markiert das Ende eines bedeutenden Kapitels der Hofheimer Industriegeschichte.
Polar Mohr prägte den Standort Hofheim über viele Jahrzehnte. Das Unternehmen war auf Maschinen zum Schneiden und Verarbeiten von Papier spezialisiert und gehörte zu den bekannten Namen der Druckindustrie. Nach rund 120 Jahren verlässt Polar Cutting Technologies die Stadt und zieht nach Eschborn. Damit wird das bisherige Werksgelände für eine neue Nutzung frei.
Zunächst werden die Gebäude im mittleren Bereich des Areals abgebrochen. Nach dem Jahreswechsel sollen weitere Bauten entlang der Bahnlinie folgen. Auch eine Fußgängerbrücke an der Hattersheimer Straße ist zum Abriss vorgesehen. Die Projektverantwortlichen verfolgen einen ambitionierten Zeitplan: Bereits im Frühjahr sollen die Rohbauarbeiten beginnen, die Fertigstellung des neuen Quartiers ist rund zwei Jahre später geplant.
Vorgesehen sind deutlich mehr als 400 Wohnungen sowie Angebote für soziale Einrichtungen und ein Hotel. Auch geförderter Wohnraum ist Teil der Entwicklung: Die Hofheimer Wohnungsbau GmbH plant 87 geförderte Wohnungen, die nach Fertigstellung in ihren Bestand übergehen sollen. Das neue Quartier soll künftig unter dem Namen „Künstlerinnenviertel“ geführt werden.
Der Umbau steht exemplarisch für den Strukturwandel vieler Städte im Rhein-Main-Gebiet. Mit dem Abriss verschwinden große Teile eines traditionsreichen Produktionsstandorts. Die Herausforderung besteht nun darin, auf der ehemaligen Industriefläche nicht nur Wohnraum zu schaffen, sondern ein funktionierendes Stadtviertel mit sozialer Infrastruktur und Aufenthaltsqualität zu entwickeln.
