St. Mauritius erhält neues Dach

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Probst
Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Probst

Ormesheim. Die katholische Kirche St. Mauritius im Mandelbachtaler Ortsteil Ormesheim erhält eine neue Dacheindeckung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Arbeiten mit 50.000 Euro. Möglich wird die Förderung durch private Spenden sowie Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale. Die symbolische Übergabe des Fördervertrags an Pfarrer Daniel Ševo ist für den 24. August 2026 vorgesehen. Damit soll ein wichtiger Schritt zum langfristigen Erhalt des denkmalgeschützten Kirchenbaus ermöglicht werden.

Monumentaler Kirchenbau aus den 1930er-Jahren

St. Mauritius wurde 1932 nach Plänen des Architekten Albert Boßlet errichtet. Die Kirche entstand im Stil der Neuromanik und präsentiert sich als monumentale, dreischiffige Basilika. Besonders prägend ist der massive Kirchturm. Auch die Gestaltung der Außenfassade verweist auf die regionale Baugeschichte. Für die Außenwände wurde weißgrauer Kalkstein verwendet, während das Dach ursprünglich mit naturfarbenen Ziegeln gedeckt wurde. Der Kalkstein stellt zugleich einen Bezug zur Region des Bliesgaus und zur früher bedeutenden Kalkverarbeitung in Ormesheim her.

Bürger stifteten Fenster und Kanzel

Auch im Inneren besitzt St. Mauritius bemerkenswerte Ausstattungsdetails. Das Mittelschiff wird von den Bögen der Seitenschiffe begleitet und von einer flachen Holzdecke abgeschlossen. Eine besondere Verbindung zur Ortsgeschichte besteht bei den Fenstern und der Kanzel: Sie wurden einst von Ormesheimer Bürgern gestiftet. Die Namen der Stifter sind bis heute an den Fenstern ablesbar. Im Altarraum befinden sich unter anderem eine Mensa aus Pfälzer Sandstein und ein Messing-Tabernakel. Zahlreiche Ausstattungsstücke gehen auf den Bildhauer Max Faller zurück, darunter der Tabernakel, Kerzenständer und das Vortragekreuz. Auch der Kreuzweg im südlichen Seitenschiff stammt von ihm.

Historische Ausstattung teilweise verändert

Zur ursprünglichen Innenausstattung gehörte außerdem ein Wandgemälde des Münchner Malers Paul Thalheimer. Es zeigte eine Szene aus dem Leben des heiligen Mauritius. Bei der Neugestaltung des Altarraums im Jahr 1981 wurde das Gemälde allerdings verdeckt. Die heutige Kirche vereint damit unterschiedliche Phasen ihrer Geschichte und dokumentiert zugleich die Veränderungen, die der Sakralbau im Laufe der Jahrzehnte erfahren hat.

Die Dachsanierung in Ormesheim ist damit nicht nur eine bauliche Maßnahme, sondern ein wichtiger Beitrag zur Sicherung eines ortsbildprägenden Kirchengebäudes. Mit der neuen Dacheindeckung soll die historische Bausubstanz von St. Mauritius auch für kommende Generationen erhalten bleiben.

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