Rom. Ein schwerer Unfall hat sich am Montag im Zentrum der italienischen Hauptstadt ereignet: Teile des Torre dei Conti, eines mittelalterlichen Turms aus dem 13. Jahrhundert, sind während Renovierungsarbeiten eingestürzt. Nach Angaben italienischer Medien wurden mehrere Arbeiter verletzt, einer davon schwer.
Ein weiterer Arbeiter befindet sich weiterhin unter den Trümmern eingeschlossen. Der römische Präfekt Lamberto Giannini bestätigte, dass Lebenszeichen von dem Vermissten empfangen wurden. Feuerwehrleute hätten dem Eingeschlossenen bereits provisorischen Schutz verschafft. „Die Situation ist extrem heikel – jede Bewegung kann weiteren Einsturz auslösen“, erklärte Giannini.
Rettung unter Lebensgefahr
Die Rettungsaktion dauert an und gestaltet sich zunehmend gefährlich. Hunderte Schaulustige verfolgten, wie Einsatzkräfte mit Leitern und Tragen versuchten, in die oberen Etagen vorzudringen. Während des Einsatzes stürzte jedoch ein weiterer Gebäudeteil ein – die Feuerwehrleute konnten sich in letzter Sekunde retten.
Das historische Zentrum Roms, darunter die Kaiserforen und die Piazza Venezia, wurde vollständig abgesperrt. Die Behörden befürchten, dass weitere Teile des Turms einstürzen könnten.
Historisches Wahrzeichen schwer beschädigt
Der Torre dei Conti wurde um 1203 unter Papst Innozenz III. erbaut und diente einst als Residenz seiner Familie. Der Turm überstand zahlreiche Jahrhunderte, wurde jedoch wiederholt beschädigt – zuletzt durch ein Erdbeben 1349 und einen Einsturz im 17. Jahrhundert, nach dem er teilweise rekonstruiert wurde.
Nun droht das Bauwerk erneut verloren zu gehen. Spezialisten der Feuerwehr überprüfen die Standfestigkeit der verbliebenen Strukturen und suchen nach weiteren Personen im Inneren.
