In der japanischen Hafenstadt Yokosuka ist erstmals seit Jahrzehnten ein weitläufiger unterirdischer Marinebunker für Besucher geöffnet worden. Die Anlage im Stadtteil Tairaminatocho verfügt über bislang bekannte Stollen mit einer Gesamtlänge von rund 1,7 Kilometern. Ende Juli wurden zunächst etwa 500 Meter des Tunnelsystems zugänglich gemacht. Das Gelände blickt auf eine lange militärische Geschichte zurück. Es gehörte einst zum Umfeld der Torpedoschule der Kaiserlich Japanischen Marine, die dort bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs betrieben wurde. Yokosuka entwickelte sich bereits seit dem späten 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Marinestandort mit Werften, Ausbildungsstätten und militärischen Einrichtungen.
Die unterirdischen Gänge wurden offenbar als Schutz- und Versorgungsanlagen genutzt. Welche Funktion die einzelnen Räume und Stollen genau hatten, ist allerdings bislang nicht vollständig geklärt.
Großes Tunnelsystem unter der Erde
Der freigegebene Bereich erstreckt sich über mindestens zwei Ebenen. Die Stollen sind teilweise mehrere Meter hoch und breit. An zahlreichen Stellen ist der natürliche Fels sichtbar, da die Wände nicht vollständig verkleidet wurden. Besonders bemerkenswert: Von den bekannten rund 1.700 Metern sind bislang lediglich etwa 500 Meter für Besichtigungen geöffnet. Was sich in den übrigen rund 1.200 Metern befindet und ob diese Bereiche künftig ebenfalls zugänglich werden, ist derzeit offen.
Militärgelände wechselte mehrfach den Besitzer
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das ehemalige Marinegelände teilweise industriell genutzt. 2026 wechselte das Grundstück erneut in militärischen Besitz, nachdem die zuständige Regionalleitung der japanischen maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte das Areal übernommen hatte. Der nun geöffnete Bunker ist nicht die einzige große unterirdische Anlage in Yokosuka. In der Stadt existieren weitere weitläufige Tunnel- und Bunkersysteme aus der Kriegszeit, die teilweise bereits im Rahmen geführter Besichtigungen zugänglich sind.
Historisches Relikt wird öffentlich zugänglich
Mit der Öffnung erhalten Besucher erstmals die Möglichkeit, einen Teil der bislang verborgenen militärischen Infrastruktur zu erkunden. Gleichzeitig macht die Anlage deutlich, wie umfangreich die unterirdischen Schutzbauten während des Zweiten Weltkriegs in Japan ausgebaut wurden. Wie viele Geheimnisse noch in den bislang verschlossenen Bereichen des 1,7 Kilometer langen Systems verborgen liegen, bleibt vorerst offen.
