Ein Hostel in einem ausrangierten Jumbo-Jet – diese ungewöhnliche Idee lockte mehr als 15 Jahre lang Reisende zum Flughafen Stockholm-Arlanda. Seit März 2025 ist damit Schluss: Das Jumbo Stay musste nach der Insolvenz des Betreibers schließen. Heute steht die umgebaute Boeing 747 als ungewöhnlicher Lost Place auf dem Flughafengelände. Die Geschichte der Maschine reicht bis ins Jahr 1976 zurück. Die Boeing 747 war zunächst für Singapore Airlines im Einsatz und flog später unter anderem für PanAm, Garuda Indonesia, Cathay Pacific und Kuwait Airways. 2002 landete sie schließlich dauerhaft in Stockholm.
2007 kaufte der schwedische Unternehmer Oscar Diös das ausgemusterte Flugzeug. Nach einem rund drei Millionen Dollar teuren Umbau eröffnete im Januar 2009 das „Jumbo Hostel“. Aus den etwa 350 Quadratmetern Innenraum entstanden 33 Zimmer, darunter zwei Suiten im Cockpit. Selbst Bereiche in Triebwerksgondeln und Fahrwerksräumen wurden als ungewöhnliche Unterkünfte genutzt.
Pandemie beschleunigte das Ende
Die außergewöhnliche Unterkunft konnte sich über Jahre behaupten. Doch mit der zunehmenden Konkurrenz rund um den Flughafen und vor allem während der Corona-Pandemie geriet das Geschäftsmodell unter Druck. Die jährlichen Einnahmen brachen laut Bericht von etwa 730.000 auf rund 300.000 Euro ein. Im März 2025 war schließlich Schluss. Rund 800 bestehende Reservierungen mussten storniert werden.
Jetzt droht die Verschrottung
Heute ist der Jumbo selbst zur Attraktion geworden. Besucher können die Maschine von außen betrachten und auf der früheren Terrasse einen Blick auf das aufgegebene Hostel werfen. Das Innere ist allerdings nicht öffentlich zugänglich. Noch dramatischer ist die mögliche Zukunft der Boeing: Nach der Insolvenz steht offenbar sogar eine Verschrottung im Raum. Einzelteile könnten verkauft werden. Damit würde nicht nur ein ungewöhnliches Hotelkonzept verschwinden, sondern auch ein außergewöhnlicher Lost Place, der selbst schon Teil der Geschichte des Flughafens Arlanda geworden ist.
