Bereits im Jahr 1474 legte eine Entdeckung den Grundstein für ein bis heute bedeutendes Haus am Bodensee: Eine Eisen-Schwefelquelle in unmittelbarer Nähe zum Seeufer führte zur Errichtung eines kleinen Heilbads. Über die Jahrhunderte wurde es stetig erweitert und entwickelte sich zum Anziehungspunkt für Erholungssuchende.
Einen entscheidenden Wendepunkt erlebte das Anwesen 1752, als es in den Besitz der Familie Schielin überging – einer Familie, die das Haus bis heute prägt. Mit dem Anschluss an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn im Jahr 1853 nahm der Tourismus am Bodensee Fahrt auf. Immer mehr Gäste entdeckten das Heilbad als Rückzugsort mit Aussicht.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekam das Haus sein charakteristisches Gesicht: Zwischen 1909 und 1910 errichteten die Karlsruher Architekten Hermann Billing und Wilhelm Vittali einen repräsentativen Neubau im Stil des Jugendstils. In den 1920er-Jahren folgte unter der Leitung von Max Littmann eine Erweiterung, einschließlich des heutigen Strandbads, das ein altes Holzbad ersetzte.

1937 erhielt das Ensemble eine modern-barocke Erweiterung. Während des Zweiten Weltkriegs diente das Hotel als Erholungsheim der Luftwaffe. Danach nutzten es zunächst französische Besatzungstruppen als Ferienunterkunft. Erst 1949 wurde der reguläre Hotelbetrieb wieder aufgenommen.
Heute beeindruckt das sechsstöckige Haus mit seinem schlanken Aussichtsturm und einem eigenen Landungssteg für die Bodensee-Schifffahrt – ein Ort mit Geschichte, der bis heute Gäste aus aller Welt empfängt.
