Wismars Malzfabrik: Glutnester flammen immer wieder auf

Foto: Nightshift/CC BY-SA 3.0
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Wismar. Drei Tage nach dem verheerenden Feuer in der ehemaligen Getränkefabrik Wismaria ist die Feuerwehr weiterhin gefordert. In der ausgebrannten Industrieruine lodern erneut Glutnester auf. Wegen akuter Einsturzgefahr warnt die Stadt vor dem Betreten des Geländes. Erste Abrissarbeiten haben bereits begonnen. Die Folgen des Großbrandes in der historischen Malzfabrik Wismaria in Wismar beschäftigen die Einsatzkräfte weiterhin. Auch am heutigen Mittwoch musste die Feuerwehr erneut zur Brandstelle ausrücken. In den beschädigten Gebäudeteilen befinden sich noch immer Glutnester, die wiederholt aufflammen und gezielt gelöscht werden müssen.

Das Feuer war am Sonntagnachmittag, dem 18. Oktober, im zweiten Obergeschoss der seit Jahrzehnten leerstehenden Fabrik ausgebrochen. Die Flammen breiteten sich bis in das darüberliegende Geschoss und auf das Dach aus. Zeitweise waren rund 150 Einsatzkräfte verschiedener Feuerwehren vor Ort. Erst am späten Abend gelang es, den Großbrand unter Kontrolle zu bringen.

Historisches Backsteingebäude schwer beschädigt

Die Schäden an dem denkmalgeschützten Industriegebäude sind erheblich. Das Dach und sämtliche Zwischendecken wurden durch das Feuer zerstört. Bereits während der Löscharbeiten stürzten Teile des Gebäudes ein. Auch die verbliebenen Fassaden gelten als akut einsturzgefährdet. Die Stadt Wismar warnt deshalb eindringlich davor, das Gelände zu betreten. Es bestehe Lebensgefahr, weil weitere Gebäudeteile unvermittelt einstürzen könnten. Die Brandruine ist damit nicht nur ein schwerer Verlust für die lokale Industriekultur, sondern auch eine erhebliche Herausforderung für die Gefahrenabwehr.

Abrissarbeiten haben bereits begonnen

Angesichts der instabilen Bausubstanz wurde bereits am Montag mit ersten Abbrucharbeiten begonnen. Ein Unternehmen aus Wismar trug gefährdete Gebäudeteile kontrolliert mithilfe eines Teleskopladers ab. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, die unmittelbare Gefahr zu reduzieren und die Situation rund um das Areal zu entschärfen.

Der Brand hatte auch Auswirkungen auf den Verkehr: Die angrenzende Bahnstrecke und der Bereich am Platter Kamp waren zeitweise gesperrt. Nach zwischenzeitlichen Sicherungs- und Abbrucharbeiten wurden die Straße und die Bahnverbindung nach lokalen Berichten wieder freigegeben.

Brandursache weiterhin ungeklärt

Die Polizei ermittelt zur Ursache des Feuers. Derzeit besteht der Verdacht auf Brandstiftung; ein abschließendes Ermittlungsergebnis liegt jedoch nicht vor. Die Behörden suchen nach Zeugen, die am Sonntagnachmittag verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Dass die Fabrik seit Jahrzehnten leer stand, dürfte dazu beigetragen haben, dass nach bisherigen Erkenntnissen keine Menschen verletzt wurden. Die starke Rauchentwicklung war weithin sichtbar und hatte zeitweise dazu geführt, dass die Bevölkerung vorsorglich Fenster und Türen geschlossen halten sollte.

Ein weiteres Kapitel im Niedergang der Wismaria

Die ehemalige Malz- und Getränkefabrik gehört zu den historischen Industriegebäuden Wismars. Das Backsteinensemble entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts und wurde in der DDR als Getränkefabrik unter dem Namen VEB Wismaria genutzt. Seit Jahrzehnten steht die Anlage leer und ist als Lost Place bekannt.

Mit dem Großbrand droht nun ein weiterer, möglicherweise endgültiger Verlust historischer Bausubstanz. Die begonnenen Abrissarbeiten zeigen, wie eng Denkmalschutz und Gefahrenabwehr in einer solchen Situation miteinander kollidieren können: Wo einst die Erhaltung eines historischen Ensembles im Mittelpunkt stand, bestimmen heute Einsturzgefahr und Sicherheitsmaßnahmen das Handeln.

Ob Teile des Gebäudes erhalten werden können oder der Rückbau weitergehen muss, hängt vom Zustand der verbliebenen Bausubstanz und den notwendigen Sicherungsmaßnahmen ab. Fest steht bereits jetzt, dass der Brand das Erscheinungsbild der Wismaria grundlegend verändert hat.

Die Polizei bittet Zeugen, die Beobachtungen zur Tatzeit im Bereich des Tatortes gemacht haben oder Hinweise zu den Tatverdächtigen geben können, sich an die Polizei zu wenden. Hinweise nimmt die Polizei in Wismar unter der Rufnummer 03841/203 224, die Internetwache unter www.polizei.mvnet.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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