Rastatt. Das ehemalige Familienbad Alohra in Rastatt steht vor dem endgültigen Verschwinden. Nach jahrelanger Schließung soll das frühere Hallenbad zurückgebaut werden. Die Anlage hatte sich in den vergangenen Jahren zu einem Lost Place entwickelt und erinnerte an ein Kapitel der städtischen Bädergeschichte, das längst beendet ist. Der Abbruch soll nach Angaben der Stadt bis Ende 2026 dauern.
Bei den Vorbereitungen wurde festgestellt, dass die Kellerwanne des Gebäudes mit einer asbesthaltigen Abdichtung versehen ist. Nach bisherigem Kenntnisstand besteht dadurch keine Gefahr für Boden oder Grundwasser. Ein vollständiger Ausbau der Kellerwanne würde allerdings zusätzliche Kosten von etwa einer bis 1,5 Millionen Euro verursachen. Deshalb prüft die Stadt mit den zuständigen Fachbehörden, ob die unterirdische Konstruktion im Boden verbleiben kann, während die oberirdischen Gebäudeteile abgebrochen werden.
Mit dem Abriss stellt sich auch die Frage nach der Zukunft des Areals. Ein Teilbereich an der Ecke Wallstraße und Leopoldring soll im Zusammenhang mit der Landesgartenschau 2036 als grüne Verbindung zwischen Innenstadt und Ausstellungsgelände gestaltet werden. Weitere städtebauliche Überlegungen für das ehemalige Badgelände sollen dem Gemeinderat vorgestellt werden. Eine abschließende Entscheidung über die künftige Nutzung des gesamten Grundstücks steht damit noch aus.
Das Alohra war über Jahre ein Bestandteil der Rastatter Freizeit- und Bäderlandschaft. Die Schließung und der anschließende Leerstand machten deutlich, wie schwierig es sein kann, ältere öffentliche Gebäude nach dem Ende ihrer ursprünglichen Nutzung zu erhalten oder umzuwidmen. Mit dem Rückbau verschwindet ein weiterer Lost Place aus dem Stadtbild. Ob auf dem Gelände künftig eine attraktive Grünfläche, neue Bebauung oder eine Kombination verschiedener Nutzungen entsteht, wird die weitere Stadtplanung zeigen.
