Albernau. Zwei leer stehende, zunehmend überwucherte Gebäude in Albernau sollen verschwinden. Die ehemaligen Bahnwärterhäuschen liegen unmittelbar am Mulderadweg und sind seit Jahren dem Verfall ausgesetzt. Zerstörte Fenster und Türen zeugen von Vandalismus, während sich die Natur das Grundstück zunehmend zurückerobert. Nun plant die Gemeinde Zschorlau, den Bereich neu zu gestalten.
Für das Vorhaben sind Fördermittel in Höhe von 10.000 Euro in Aussicht gestellt. Die Gemeinde hatte sich beim Verein Leader um Unterstützung für ein Projekt im Bereich Landtourismus beworben. Nach Angaben von Bauamtsleiter Holger Meyer-Knietzsch erhielt das Vorhaben die Zustimmung des Koordinierungskreises. Mit dem Geld sollen die beiden Gebäude abgerissen und anschließend ein Wanderparkplatz angelegt werden.
Damit soll der bisher verwahrloste Standort eine neue Funktion erhalten. Die Maßnahme steht zugleich für den Umgang mit baulichen Überresten einer Eisenbahnstrecke, deren ursprünglicher Zweck längst entfallen ist. Die Häuschen verloren ihre Aufgabe, nachdem der betreffende Abschnitt der Strecke Chemnitz–Aue–Adorf stillgelegt worden war. Heute verläuft auf Teilen der ehemaligen Bahntrasse der Mulderadweg. Die rund zwölf Kilometer lange Strecke zwischen Aue und Wolfsgrün, einem Ortsteil von Eibenstock, führt Radfahrer durch das Erzgebirge und verbindet touristische Ziele mit Relikten der regionalen Eisenbahngeschichte.
Zu den markanten Erinnerungsstücken entlang der Route zählen der Tunnel bei Bockau und das erhaltene Gebäude des ehemaligen Bahnhofs Bockau. Mit dem Abriss der beiden Häuschen in Albernau verschwindet ein weiteres Zeugnis dieser Vergangenheit. Der geplante Wanderparkplatz soll den Standort künftig touristisch aufwerten – während die historischen Spuren der einstigen Bahnverbindung weiter ausdünnen.
