Wiederholter Brand in leerstehendem Gebäude

Symbolbild. Foto: pixelio.de/Günther Richter
Symbolbild. Foto: pixelio.de/Günther Richter

Essen. In der Essener Innenstadt hat es erneut in einem seit Jahren leerstehenden Gebäude gebrannt. Der Vorfall ereignete sich am Freitagabend in einem als Schrottimmobilie bekannten sechsgeschossigen Haus an der Ecke Hindenburgstraße/Hachestraße. Es ist nicht das erste Mal, dass dort ein Feuer ausbricht – im Gegenteil: Die Brandeinsätze häufen sich, und die Feuerwehr spricht von einer kaum mehr zählbaren Anzahl von Einsätzen an diesem Objekt.

Laut dem Sprecher der Essener Feuerwehr, Christian Schmücker, ging der jüngste Brand vom ersten Obergeschoss aus. Vermutlich hatten dort wohnungslose Personen ein offenes Feuer entfacht, um sich in der kühlen Nacht zu wärmen. Diese Wärmequelle entwickelte sich jedoch schnell zu einer ernsten Gefahr: Der Rauch breitete sich über das gesamte Gebäude aus.

Die Feuerwehr rückte mit insgesamt 35 Einsatzkräften an, die über eine Stunde lang nicht nur mit der Brandbekämpfung beschäftigt waren, sondern auch das Gebäude nach möglichen Verletzten durchsuchten – glücklicherweise ohne jemanden zu finden.

Durch die Vielzahl der Einsatzfahrzeuge musste zeitweise die Kreuzung an der Hindenburgstraße gesperrt werden. Feuerwehrsprecher Schmücker zeigte sich frustriert über die wiederholten Vorfälle und kritisierte die anhaltende Untätigkeit bezüglich des Zustands des Gebäudes. „Es ist für die Kollegen gefährlich und für die Nachbarschaft belastend, wenn wir dort ständig zu Einsätzen ausrücken müssen“, sagte er. Besonders problematisch sei, dass keinerlei Absperrungen oder bauliche Sicherungsmaßnahmen an dem Gebäude vorhanden seien. Die Feuerwehr sieht sich derzeit „machtlos“.

Das marode Gebäude war bislang im Besitz des mittlerweile insolventen Bauunternehmens Harfid. Ein ursprünglich geplanter Abriss mit anschließendem Neubau wurde nie umgesetzt – ebenso wenig wie die dringend notwendige Sicherung des leerstehenden Hauses. Allerdings gibt es nun Hoffnung auf Veränderung. Laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter von Harfid wurde Anfang Mai ein Kaufvertrag für die Immobilie abgeschlossen. Die Eigentumsübertragung soll demnach in Kürze rechtlich wirksam werden.

Noch ist unklar, welche Pläne der neue Eigentümer für das Gebäude hat. Doch sowohl Anwohner als auch die Feuerwehr hoffen, dass nun endlich Maßnahmen ergriffen werden, um die Gefahrenlage zu entschärfen. Wiederkehrende Brände in leerstehenden Gebäuden sind nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern auch eine erhebliche Belastung für die Einsatzkräfte – und für die Nachbarschaft ein ständiger Grund zur Besorgnis.

Solange das Haus nicht gesichert ist oder eine bauliche Lösung umgesetzt wird, bleibt es ein gefährlicher Anziehungspunkt – vor allem für Menschen, die in der Not nach Schutz suchen. Die Stadt Essen steht damit vor der Herausforderung, schnellstmöglich Lösungen zu finden, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten.

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