Förderverein muss Hummelshain-Fördermittel zurückgeben

Foto: Birk Noack/CC BY-SA 4.0
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Hummelshain. Es ist ein Rückschlag, der weh tut: Der Förderverein Schloss Hummelshain e.V. muss 68.000 Euro an Fördermitteln zurückgeben – Geld, das eigentlich für die längst überfällige Trockenlegung des Ostflügels vorgesehen war. Der Grund: Schlosseigentümer Dr. Lutz Rothe bleibt seinen finanziellen Verpflichtungen erneut schuldig.

Das Geld stammt aus einem Fördertopf des Freistaats Thüringen und sollte den ersten Schritt zur Rettung des feuchten Kellergeschosses finanzieren – konkret die Installation einer Vertikalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit im Ostflügel. Alle Vorarbeiten waren abgeschlossen, die Pläne genehmigt, die Ausschreibung beendet. Baubeginn: Mai 2025.

Doch es kam anders. Trotz mehrfacher Zusagen und sogar vertraglicher Verpflichtungen hat der Eigentümer seinen Eigenanteil von 29.000 Euro bis heute nicht gezahlt. Mahnungen – auch von Anwälten – blieben wirkungslos. Die Konsequenz: Der Förderverein muss das Projekt stoppen und die Mittel schweren Herzens zurückgeben.

Seit 1998: Eigentümer ohne Engagement

Rothe hatte das denkmalgeschützte Schloss 1998 vom Freistaat gekauft – unter der Auflage, es zu sanieren. Geschehen ist wenig. Der Freistaat verzichtete damals auf eine Rückabwicklung des Kaufvertrags. Seit 2015 stemmt stattdessen der Förderverein – ehrenamtlich – große Teile der Instandhaltung. Über drei Millionen Euro an Förder- und Spendengeldern konnte er seitdem für die Rettung des einstigen Herzogssitzes zusammentragen.

Zuletzt wurde die aufwendige Dachsanierung abgeschlossen – eine siebenjährige Mammutaufgabe. Allein die Beseitigung des echten Hausschwamms kostete rund 500.000 Euro. Doch ohne Mitwirkung des Eigentümers stehen weitere Maßnahmen wie die Kellerabdichtung still.

Eigentum verpflichtet – aber nicht immer

„Ohne die Einhaltung der finanziellen Zusagen des Eigentümers ist dieses Projekt tot“, heißt es ernüchtert vom Förderverein. Dabei sei die Trockenlegung der nächste logische und baulich notwendige Schritt gewesen – nun liegt sie auf Eis. „Eigentum verpflichtet“, betont der Verein – in diesem Fall leider nur auf dem Papier.

Ein Hoffnungsschimmer: Sanierung des Portikus startet

Einen kleinen Lichtblick gibt es dennoch: Für die Sanierung der prunkvollen Vorhalle des Schlosses, des sogenannten Portikus, stehen 120.000 Euro Fördermittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bereit. Immerhin: Für dieses Projekt hat Rothe nun die Hälfte seines Eigenanteils überwiesen. Die Arbeiten sollen im August beginnen – pünktlich und planmäßig.

Doch die grundlegende Frage bleibt: Wie lange kann sich ein privater Eigentümer seiner Verantwortung entziehen, wenn es um ein nationales Baudenkmal geht? Und wie viel Engagement kann man von einem ehrenamtlichen Verein noch verlangen? In Hummelshain scheint die Grenze erreicht.

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