Köln. Acht Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stellt die Bombenlast der Vergangenheit Köln weiterhin vor ernsthafte Herausforderungen. Besonders betroffen: das Gelände der ehemaligen Brasseur-Kaserne im Stadtteil Westhoven. Die Stadt Köln hat nun entschieden, die seit über 20 Jahren geltende Sperrverordnung erneut zu verlängern – aus gutem Grund.
Laut einer aktuellen Mitteilung der Stadtverwaltung sei das Risiko durch nicht explodierte Kampfmittel weiterhin real und hoch. Die Maßnahme diene der „Verhütung von Unfällen mit Kampfmitteln“ sowie dem „Schutz der Bevölkerung“, wie es offiziell heißt.
Das rund 640.000 Quadratmeter große Areal war im Zweiten Weltkrieg stark bombardiert worden – zahlreiche Blindgänger könnten dort noch immer im Boden schlummern. Nach dem Krieg wurde das Gelände zudem über Jahrzehnte für militärische Übungen genutzt, was das Gefahrenpotenzial weiter erhöht.
Eine neue Einschätzung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes bestätigt den brisanten Verdacht: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich noch gefährliche Sprengkörper im Boden befinden, ist hoch. Das Areal bleibt deshalb weiterhin weitgehend tabu – betreten ist nur auf befestigten und freigegebenen Wegen erlaubt. Auch Radfahren ist nur dort gestattet. Hunde müssen angeleint werden.
Wer gegen die Regeln verstößt, riskiert nicht nur sein Leben und das anderer – es drohen auch Bußgelder von bis zu 1000 Euro. Die Stadt ruft die Bevölkerung eindringlich zur Vorsicht auf: „Im Verdachtsfall sofort Ordnungsamt oder Polizei informieren!“
Gefährlicher Boden unter Kölner Füßen
Der Fall zeigt, wie präsent die Kriegsfolgen auch 80 Jahre nach Kriegsende noch sind. Köln zählt zu den am stärksten bombardierten Städten Deutschlands – der Untergrund birgt an vielen Stellen noch tödliche Gefahren. Die Brasseur-Kaserne ist dabei kein Einzelfall. Experten gehen davon aus, dass in NRW noch tausende Blindgänger unentdeckt im Erdreich liegen.
Die Stadt Köln steht vor einer Daueraufgabe – der Kampf gegen die tödlichen Altlasten dauert an.
