Himmelspagode: Investor hält nach Brand am Abriss fest

Foto: Lukas Beck/CC BY-SA 4.0
Foto: Lukas Beck/CC BY-SA 4.0

Hohen Neuendorf. Die ehemalige Himmelspagode in Hohen Neuendorf ist erneut Schauplatz eines Polizeieinsatzes geworden. In der Nacht zum 17. Oktober 2026 brach in dem leer stehenden Gebäude ein Feuer aus. Einsatzkräfte entdeckten im Inneren mehrere voneinander unabhängige Brandherde auf drei Etagen. Die Polizei ermittelt deshalb wegen des Verdachts der Brandstiftung. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte eine größere Ausbreitung der Flammen verhindert werden. Der bislang geschätzte Sachschaden liegt bei rund 1.000 Euro. Hinweise auf mögliche Täter lagen zunächst nicht vor. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Problemen ein, die das seit Oktober 2025 geschlossene Restaurant begleiten.

Investor sieht keinen Anlass für eine Änderung der Abrisspläne

Nach dem Brand richtet sich der Blick auf die Zukunft des Gebäudes. Die Himmelspagode ist seit ihrer Schließung eingezäunt und verbarrikadiert. Dennoch gelingt es immer wieder Unbefugten, auf das Grundstück und in das Gebäude einzudringen. Die wiederholten Vorfälle werfen Fragen auf, ob die bisherigen Sicherungsmaßnahmen ausreichen. Der Investor, die KW-Development GmbH, hält nach den vorliegenden Berichten an der vorgesehenen Entwicklung des Areals fest. Der geplante Abriss bleibt Teil der Planungen. Allerdings wartet das Unternehmen noch auf die baurechtlichen Voraussetzungen, um den Rückbau tatsächlich durchführen zu können. Der Brand führt demnach nicht automatisch zu einem beschleunigten Abriss.

14 Polizeieinsätze in einem Jahr

Wie angespannt die Situation rund um den Lost Place ist, zeigt die Zahl der Einsätze: Nach Angaben der Polizeidirektion Nord kam es allein im Jahr 2026 bis zum Zeitpunkt der Berichterstattung zu 14 Polizeieinsätzen an und rund um die Himmelspagode. Etwa die Hälfte davon stand im Zusammenhang mit Hausfriedensbruch. Menschen verschafften sich unbefugt Zutritt zum Gelände – offenbar auch, weil das verlassene Gebäude als sogenannter Lost Place Neugierige anzieht. Zusätzlich kam es zu Diebstählen. Im Sommer entwendeten Täter größere Mengen Kupfer aus dem Gebäude. Auch unerlaubtes Feuerwerk auf dem Grundstück beschäftigte die Polizei. Die Vorfälle verdeutlichen, dass ein leer stehendes Gebäude selbst dann ein Sicherheitsproblem bleiben kann, wenn es umzäunt und gegen Zutritt gesichert ist.

Ein markantes Gebäude mit umstrittener Zukunft

Die Himmelspagode wurde 2002 eröffnet und war über Jahre ein weithin sichtbarer Blickfang an der Bundesstraße 96. Das Restaurant war in traditioneller ostasiatischer Architektur gestaltet und bot zahlreiche Sitzplätze. Mit seiner ungewöhnlichen Bauform entwickelte sich das Gebäude zu einem bekannten Wahrzeichen Hohen Neuendorfs.

Nach der Schließung im Oktober 2025 verlor die Anlage ihre Funktion. Das Gebäude wurde zum Lost Place und zog zunehmend unerlaubte Besucher an. Während sich manche Menschen für den Erhalt des Bauwerks einsetzen, steht die geplante Neubebauung des Grundstücks im Mittelpunkt der städtebaulichen Diskussion. Ein Antrag, die Himmelspagode unter Denkmalschutz zu stellen, fand in der Stadtverordnetenversammlung keine Mehrheit.

567 Wohnungen statt Pagode?

Für das Areal gibt es Pläne zur Entwicklung eines neuen Wohnquartiers. Ein Vorentwurf sieht insgesamt 567 Wohnungen vor, darunter auch geförderter Wohnraum. Die vorgesehene Bebauung soll das Grundstück neu ordnen und einer innerstädtischen Fläche eine andere Nutzung geben. Der Abriss der Pagode ist dabei ein zentraler Bestandteil der bisherigen Planung. Das Projekt ist allerdings umstritten. Neben dem Verlust des ungewöhnlichen Gebäudes werden auch die Auswirkungen auf Verkehr, Umfeld und Stadtbild diskutiert. Solange die baurechtlichen Voraussetzungen für den Abriss nicht vollständig vorliegen, bleibt die Pagode bestehen – wenn auch in einem zunehmend problematischen Zustand.

Ein Lost Place zwischen Vandalismus und Abriss

Der Brand hat die Zukunft der Himmelspagode vorerst nicht verändert. Der Investor hält an der geplanten Entwicklung fest, doch bis zur Umsetzung bleibt das Gebäude ein leer stehender und wiederholt von unbefugtem Zutritt betroffener Ort. Die anhaltenden Sicherheitsprobleme zeigen, wie schnell verlassene Gebäude zum Ziel von Vandalismus, Diebstahl oder Brandstiftung werden können. Für Hohen Neuendorf bleibt die Pagode damit ein Streitpunkt zwischen Stadtentwicklung, privatem Eigentum und dem Wunsch nach Erhalt eines markanten Bauwerks.

Ob der Abriss bald beginnen kann, hängt von den weiteren baurechtlichen Schritten ab. Bis dahin bleibt offen, wie sich der Zustand des Gebäudes entwickelt – und ob es zu weiteren Zwischenfällen kommt.

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