Machern. Das Schloss Machern, eines der markantesten Hochzeitschlösser vor den Toren Leipzigs, steht seit drei Jahren leer und wartet auf seine Wiederbelebung. Während das benachbarte Kavalierhaus mit seinem Lokal „Jamas“ und die Orangerie mit der Kaffeerösterei von Holger Kirst zu lebendigen Treffpunkten geworden sind, liegt das Barockgebäude weiterhin im Dornröschenschlaf. Bürgermeister Karsten Frosch betont, dass die Gemeinde 2026 entscheidende Fortschritte erzielen möchte, um das Schloss nicht länger dem Leerstand preiszugeben. Die Wiedereröffnung soll nur in kleinen, sorgfältig geplanten Schritten erfolgen.
Historisch diente das Schloss nicht nur als Veranstaltungsort für Konzerte, Theateraufführungen, Kabarettabende und rauschende Bälle, sondern war besonders bei Hochzeitspaaren beliebt. Trauungen in der historischen Ritterstube wurden oft von Feierlichkeiten direkt im Schloss begleitet, während der über 200 Jahre alte Landschaftsgarten mit Pyramide und Ritterburg als Kulisse diente. In den vergangenen Jahren verhinderten Sanierungsstau und fehlender Brandschutz die Nutzung vieler Räume, darunter der Lindenausaal, der früher für Empfänge und Vereinsveranstaltungen genutzt wurde.
Erste Fortschritte gibt es nun im Bereich Brandschutz. Nach Beratungen mit Denkmalschutz, Bauaufsichtsamt und Planern wurde eine Rettungstreppe innerhalb des Gebäudes vorgeschlagen, wodurch eine große Außentreppe, die das historische Erscheinungsbild beeinträchtigt hätte, vermieden werden kann. Die Wendeltreppe zum Lindenausaal soll künftig als zweiter Rettungsweg dienen. Der Bauantrag hierfür soll im ersten Quartal 2026 gestellt werden.
Parallel dazu plant die Gemeinde, das Café im Erdgeschoss noch 2026 für erste Angebote zu nutzen. Der Eigenbetrieb Sport und Kultur der Gemeinde Machern wird die zukünftige Nutzung des Schlosses betreuen, unter der Leitung von Stefanie Kitzmann, die bereits im Sportpark Tresenwald Erfahrungen mit Konzeptentwicklung gesammelt hat. Finanzielle Mittel aus Förderprogrammen für den Kohleausstieg sind wegen Überzeichnung des Fonds nicht realistisch, sodass die Gemeinde auf eigene Ressourcen setzt. Der Gemeinderat plant, im nächsten Haushalt den Schwerpunkt auf die Sanierung und Nutzung des Schlosses zu legen.
