Schloss Blumenfeld: Vom Leerstand zum Kreativ-Treffpunkt

Foto: Baummapper/CC BY-SA 3.0
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Blumenfeld. Lange Zeit war Schloss Blumenfeld ein Problemfall. Das rund 600 Jahre alte Gebäude im Tengener Ortsteil Blumenfeld hatte seine frühere Bedeutung verloren und stand über Jahre weitgehend leer. Heute ist von dieser Tristesse wenig geblieben. Das Schloss hat sich zu einem ungewöhnlichen Wohn-, Arbeits- und Kulturort entwickelt, an dem Menschen nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten, Kunst schaffen und Veranstaltungen organisieren.

Der Wandel begann vor einigen Jahren mit einem ungewöhnlichen Ansatz der Stadt Tengen: Statt das historische Gebäude ausschließlich für eine klassische Nutzung zu entwickeln, sollte es für unterschiedliche Menschen und Ideen geöffnet werden. Seit 2021 können dort Bürger zeitweise wohnen und arbeiten. Dazu gehören unter anderem Co-Working-Arbeitsplätze und Räume für kreative Projekte.

Vom historischen Herrschaftssitz zum Zukunftsort

Schloss Blumenfeld wurde im 16. Jahrhundert von der Deutschordenskommende Mainau errichtet. Seine Geschichte ist eng mit der wechselvollen Geschichte des Hegaus und der Herrschaft Tengen verbunden. Über Jahrhunderte war das Schloss ein Ort politischer und wirtschaftlicher Macht, bevor seine ursprüngliche Funktion verloren ging. Der jahrzehntelange Leerstand hätte für das historische Gebäude leicht zum endgültigen Verhängnis werden können. Stattdessen setzte Tengen auf eine schrittweise Wiederbelebung. Das Konzept ist dabei bemerkenswert niedrigschwellig: Nicht ein einzelner Großnutzer bestimmt die Zukunft des Schlosses, sondern viele unterschiedliche Menschen bringen Leben in die Räume.

Wohnen, Arbeiten und Kultur unter einem Dach

Inzwischen ist Schloss Blumenfeld deutlich mehr als eine Immobilie. Kreative, Kulturschaffende und andere Nutzer können Räume verwenden, gemeinsam Projekte entwickeln und Veranstaltungen auf die Beine stellen. Im Innenhof finden Konzerte statt, der Schlossbereich wird für Ausstellungen und weitere kulturelle Angebote genutzt. 2026 feiert das Projekt bereits sein fünfjähriges Bestehen als „Zukunftsort“. Auch die nächsten Ideen stehen bereits im Raum. Für den Herbst 2026 ist beispielsweise ein Tonstudio im Schlosskeller geplant. Damit soll der historische Bau um eine weitere kreative Nutzung ergänzt werden.

Ausgerechnet der Leerstand wurde zur Chance

Die Geschichte von Schloss Blumenfeld zeigt, dass Denkmalschutz nicht zwangsläufig mit einer Rückkehr zur ursprünglichen Nutzung verbunden sein muss. Ein Schloss muss nicht wieder Herrensitz werden, um seine Bedeutung zu behalten. Entscheidend ist vielmehr, ob sich eine Nutzung finden lässt, die zum Gebäude passt und dauerhaft Menschen hineinbringt. Genau hier liegt die Stärke des Blumenfelder Modells: Das Schloss wird nicht zum musealen Ausstellungsstück, sondern bleibt ein lebendiger Bestandteil des Ortes.

Kein Lost Place mehr – und gerade deshalb interessant

Schloss Blumenfeld zeigt, was passieren kann, wenn man einem alten Gebäude nicht nur Geld, sondern vor allem eine Idee gibt. Aus dem verlassenen Schloss wurde ein Treffpunkt für Menschen, die dort wohnen, arbeiten, musizieren, gestalten und experimentieren. Der Verfall ist damit nicht das Ende der Geschichte – sondern der Ausgangspunkt für eine neue.

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