Frankenfelde. Ein außergewöhnliches Zeugnis brandenburgischer Bauernarchitektur soll erhalten bleiben: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Sanierung des Oberlaubenstalls auf dem Gehöft in der Dorfstraße 35 in Frankenfelde bei Luckenwalde mit 20.000 Euro. Die Mittel stammen aus privaten Spenden und der Lotterie GlücksSpirale. Der Oberlaubenstall stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde ursprünglich in Fachwerkbauweise mit Lehmstaken errichtet. Charakteristisch ist die offene hölzerne Oberlaube, die als Galerie und Lagerfläche für Erntegut und landwirtschaftliche Gerätschaften diente. Im 19. Jahrhundert wurden Teile des Gebäudes durch massives Mauerwerk ersetzt.
Seltenes Zeugnis der Dorfgeschichte
Solche Oberlaubenställe waren einst typisch für Brandenburg und prägten vielerorts die ländlichen Ortsbilder. Seit dem späten 19. Jahrhundert verschwanden jedoch immer mehr dieser Gebäude. Heute sind sie entsprechend selten. Der Frankenfelder Stall besitzt zusätzlichen Wert, weil er ungewöhnlich groß ist und sich weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten hat.
Ein Hof als Teil des historischen Dorfgefüges
Nicht nur der Stall selbst ist bedeutend. Das gesamte Gehöft bildet einen wichtigen Bestandteil der weitgehend erhaltenen historischen Dorfstruktur Frankenfeldes. Wohn- und Torhäuser sowie die geschmückten Giebel der Stallgebäude prägen den Ortskern rund um den Dorfanger. Die Entwicklung des Hofes dokumentiert zugleich den Wandel der Landwirtschaft und den wachsenden Wohlstand bäuerlicher Betriebe im 19. Jahrhundert.
20.000 Euro für den Erhalt
Mit der Förderung erhält der historische Bau nun eine konkrete Perspektive. Der Oberlaubenstall steht stellvertretend für eine bäuerliche Architektur, die vielerorts bereits aus dem Ortsbild verschwunden ist. Seine Sanierung bewahrt damit nicht nur ein einzelnes Gebäude, sondern ein Stück regionaler Bau- und Landwirtschaftsgeschichte.
