Magdeburger Hubbrücke könnte wieder öffnen

Foto: ZornigeAmeise2017/CC BY-SA 4.0
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Magdeburg. Die seit mehr als einem Jahr gesperrte Hubbrücke in Magdeburg könnte wieder für Fußgänger geöffnet werden. Derzeit läuft die lange erwartete Hauptprüfung des historischen Bauwerks. Brückenprüfer und Industriekletterer nehmen die Konstruktion detailliert unter die Lupe. Wenn dabei keine sicherheitsrelevanten Probleme festgestellt werden, könnte die traditionsreiche Elbquerung bereits in den kommenden Monaten wieder zugänglich sein. Das teilte Eigentümer Rolf Onnen dem MDR mit.

Seit August 2025 gesperrt

Für Fußgänger und Radfahrer ist die Hubbrücke seit August 2025 tabu. Hintergrund ist eine ausstehende Hauptprüfung des Bauwerks. Die Sperrung erfolgte im Zusammenhang mit Sicherheitsauflagen des Schifffahrtsamtes. Damit fiel eine der markantesten historischen Querungen der Elbe in Magdeburg für die Öffentlichkeit weg. Die aktuelle Untersuchung soll nun klären, ob die Brücke die erforderlichen Sicherheitsanforderungen weiterhin erfüllt. Besonders relevant ist dabei der Bereich des Schiffsverkehrs. Bei der Prüfung wird deshalb unter anderem untersucht, ob vom Bauwerk Gefahren für Schiffe ausgehen könnten.

Industriekletterer untersuchen die Konstruktion

Für die Prüfung kommt schwer zugängliche Technik zum Einsatz. Neben klassischen Brückenprüfern sind Industriekletterer an dem historischen Bauwerk unterwegs. Sie kontrollieren auch Bereiche, die vom Boden oder von normalen Zugängen aus nicht ohne Weiteres erreichbar sind. Nach Angaben des Eigentümers könnte die Untersuchung innerhalb von ein bis zwei Monaten abgeschlossen sein. Vorausgesetzt, die Experten finden keine gravierenden Mängel, wäre anschließend eine Wiederöffnung für Fußgänger möglich. Einen festen Öffnungstermin gibt es derzeit allerdings noch nicht.

Ein Wahrzeichen der Magdeburger Elbe

Die Hubbrücke gehört zu den markantesten historischen Ingenieurbauwerken Magdeburgs. Ihre Konstruktion macht sie zu einem wichtigen Zeugnis der industriellen Entwicklung der Stadt und des historischen Eisen- und Stahlbrückenbaus. Anders als eine gewöhnliche feste Straßen- oder Fußgängerbrücke wurde die Hubbrücke für die Anforderungen der Schifffahrt konzipiert. Ihr beweglicher Brückenteil konnte angehoben werden, damit Schiffe die Elbe passieren konnten. Diese technische Besonderheit prägt das Erscheinungsbild des Bauwerks bis heute. Damit steht die Brücke exemplarisch für eine Epoche, in der technische Infrastruktur nicht nur funktional, sondern zugleich ein sichtbarer Bestandteil des Stadtbildes war.

Zwischen Denkmalschutz und Sicherheitsauflagen

Die aktuelle Sperrung zeigt zugleich, wie schwierig der Umgang mit historischen Ingenieurbauwerken sein kann. Einerseits besitzen sie einen hohen historischen und städtebaulichen Wert. Andererseits müssen auch denkmalgeschützte Bauwerke den Anforderungen an die öffentliche Sicherheit und den Schiffsverkehr entsprechen. Die Hauptprüfung ist deshalb mehr als eine Formalie. Sie entscheidet darüber, unter welchen Bedingungen die historische Brücke wieder genutzt werden kann. Erst wenn die sicherheitsrelevanten Fragen geklärt sind, kann über eine Wiederöffnung entschieden werden.

Eigentümer sieht Chance auf baldige Freigabe

Eigentümer Rolf Onnen zeigt sich gegenüber dem MDR vorsichtig optimistisch. Sollten die Prüfer keine relevanten Mängel feststellen, könne die Untersuchung nach seiner Einschätzung innerhalb von ein bis zwei Monaten abgeschlossen sein. Danach könnte die Brücke wieder geöffnet werden. Eine Garantie ist das allerdings nicht. Entscheidend sind die Ergebnisse der laufenden Untersuchung. Sollten Schäden oder andere sicherheitsrelevante Probleme festgestellt werden, wären zunächst weitere Maßnahmen erforderlich.

Magdeburgs Brücken unter besonderem Druck

Die Diskussion um die Hubbrücke findet zudem vor einem schwierigen Hintergrund statt. Magdeburg kämpft derzeit an mehreren Stellen mit sanierungsbedürftigen oder bereits gesperrten Brücken. Mehrere Ringbrücken mussten wegen erheblicher Schäden abgerissen werden oder befinden sich in unterschiedlichen Stadien von Ersatzneubau und Sanierung. Die Hubbrücke unterscheidet sich allerdings grundlegend von den jüngeren Straßenbrücken des Magdeburger Rings. Bei ihr geht es nicht um einen gewöhnlichen Ersatzneubau, sondern um den Umgang mit einem historischen technischen Denkmal. Gerade deshalb dürfte die Frage nach ihrem langfristigen Erhalt für die Stadt von besonderer Bedeutung sein.

Mehr als nur eine Verbindung über die Elbe

Für viele Magdeburger ist die Hubbrücke weit mehr als ein funktionaler Verkehrsweg. Das historische Bauwerk gehört zum Stadtbild und ist eng mit der Elbe und der Industriegeschichte Magdeburgs verbunden. Eine dauerhafte Sperrung würde deshalb nicht nur den Fuß- und Radverkehr beeinträchtigen. Sie würde auch ein wichtiges Stück Stadtgeschichte aus dem öffentlichen Raum verdrängen.

Die laufende Prüfung ist damit ein entscheidender Moment für die Zukunft des Bauwerks. Fällt das Ergebnis positiv aus, könnte die Sperre nach mehr als einem Jahr in absehbarer Zeit Geschichte sein. Fällt die Prüfung dagegen kritisch aus, dürfte die Debatte über Sanierungsbedarf, Kosten und langfristige Nutzung erneut an Fahrt gewinnen. Noch aber ist die Entscheidung offen. Fest steht lediglich: Die historische Hubbrücke wird derzeit gründlicher untersucht als seit langer Zeit. Und erstmals seit ihrer Sperrung gibt es wieder eine konkrete Aussicht darauf, dass Fußgänger in wenigen Monaten über die Elbe gehen könnten.

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