Leopoldkaserne-Konzept kann erstellt werden

Foto: Stadt Amberg
Foto: Stadt Amberg

Amberg. Die Stadt Amberg treibt die Entwicklung der ehemaligen Leopoldkaserne weiter voran. Gemeinsam mit dem Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) wurde jetzt der Zuwendungsvertrag für ein Kommunales Denkmalkonzept unterzeichnet. Damit beginnt offiziell die nächste Phase für die Umgestaltung der letzten großen Konversionsfläche im Stadtgebiet.

Das rund 2,5 Kilometer südöstlich der Innenstadt gelegene Areal war bis 2018 Standort der Panzerbrigade 12. Seit dem Abzug der Bundeswehr gilt das Gelände als städtebauliche Schlüsselreserve. 2024 hatte die Stadt beziehungsweise die Stadtentwicklungsgesellschaft Amberg mbH die Fläche erworben – nun soll sie Schritt für Schritt zu einem neuen, lebendigen Quartier entwickelt werden.

Die besondere Herausforderung: Der 1913/14 errichtete Kasernenkomplex steht unter Denkmalschutz. Die Gebäude gruppieren sich um zwei Innenhöfe und umfassen unter anderem ehemalige Mannschaftsunterkünfte, Wirtschaftsgebäude, ein Pferdelazarett sowie ein Offizierskasino aus dem Jahr 1936. Während zwei Häuser bereits zu Wohnzwecken umgebaut wurden, stehen weite Teile aktuell leer. Vor allem der südliche Hof mit sechs früheren Pferdeställen bietet Entwicklungspotenzial – allerdings nur im Einklang mit den denkmalrechtlichen Vorgaben.

Genau hier setzt das Kommunale Denkmalkonzept an. Fachleute analysieren Bausubstanz, Statik und Schadensbilder, erstellen eine Baualterskartierung und definieren Leitlinien für eine denkmalgerechte Nachverdichtung. Festgelegt werden sollen unter anderem zulässige Gebäudehöhen, Dachformen, Geschosszahlen und Bebauungsdichten. Ziel ist eine belastbare Planungsgrundlage, die Investitionssicherheit schafft und zugleich den historischen Charakter bewahrt.

Das Projektvolumen beträgt 100.555 Euro. Das BLfD übernimmt mit 60.333 Euro rund 60 Prozent der Kosten, die Stadt trägt einen Eigenanteil von 40.222 Euro. Für Amberg ist die Investition mehr als reine Planung: Sie gilt als strategischer Meilenstein für die Stadtentwicklung.

Parallel setzt die Kommune auf Bürgerbeteiligung. Während die fachlichen Grundlagen erarbeitet werden, sollen Anwohnerinnen und Anwohner in analogen wie digitalen Formaten eingebunden werden. Die Transformation der Leopoldkaserne wird damit nicht nur baulich, sondern auch gesellschaftlich vorbereitet.

Mit dem Vertragsabschluss ist der nächste Schritt getan – nun entscheidet die Qualität der Planung darüber, ob aus dem historischen Militärstandort tatsächlich ein zukunftsfähiger Stadtteil mit Strahlkraft für ganz Amberg entsteht.

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