Artenschutz stoppt Abriss des SEZ

Berlin. Das geplante Großprojekt auf dem Gelände des ehemaligen Berliner Sport- und Erholungszentrums (SEZ) gerät ins Stocken. Kurz vor dem für März angesetzten Abriss des DDR-Prestigebaus hat das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg die Arbeiten vorerst gestoppt. Grund sind massive artenschutzrechtliche Bedenken, die von den Verbänden NaturFreunde Berlin und Gemeingut in BürgerInnenhand vorgebracht wurden.

Im Kern des Konflikts steht das Vorkommen geschützter Tierarten, insbesondere von Zwergfledermäusen, die das alte Gebäude als Lebensstätte nutzen könnten. Die Naturschützer fordern eine strikte Einhaltung der Gesetze: Ein Abriss während der Brut- und Aufzuchtzeit würde geschützte Arten gefährden und ihre Lebensräume zerstören.

Wohnungsbau versus Naturschutz
Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) kritisiert den Stopp scharf. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM plant auf dem Areal über 600 neue Wohnungen, ergänzt durch eine Schule und eine Sporthalle. Angesichts der angespannten Wohnungslage in Berlin warnt Gaebler vor jahrelangen Verzögerungen. Während das Umweltamt auf die rechtlichen Risiken pocht, drängt der Senat auf eine rasche Schadstoffsanierung und den Baubeginn.

Das SEZ, das nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten 2024 zwangsgeräumt wurde, entwickelt sich damit zum neuen politischen Zankapfel: Der dringende Bedarf an bezahlbarem Wohnraum prallt hier frontal auf die gesetzlichen Verpflichtungen des Umwelt- und Artenschutzes.

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