Landkreis Harz kauft Brockengipfel

Foto: Lapplaender/CC BY-SA 3.0
Foto: Lapplaender/CC BY-SA 3.0

Wernigerode. Der Landkreis Harz steht kurz vor dem Abschluss eines außergewöhnlichen Immobilienkaufs: Die rund 13.000 Quadratmeter große Kuppe des Brockengipfels – samt Hotel und technischen Gebäuden – soll bald in öffentlicher Hand liegen. Laut Landrat Thomas Balcerowski (CDU) wird der Kaufvertrag in den nächsten Tagen notariell beurkundet.

Der Preis für das Brockenplateau liegt bei 3,5 Millionen Euro. Verkäufer sind die Harzsparkasse und die Norddeutsche Landesbank. Balcerowski betonte, dass der geplante Kauf auf breite Zustimmung in der Bevölkerung stoße – viele Menschen im Harz würden es begrüßen, dass der höchste Punkt Norddeutschlands künftig wieder öffentlich verwaltet wird. Kritik kommt allerdings vom Landesrechnungshof, der den Kauf kritisch sieht.

Sanierung für mehr Tourismus und nachhaltige Nutzung

Der Landkreis verfolgt mit dem Erwerb ambitionierte Ziele: Die Gebäude auf dem Gipfel sollen umfassend modernisiert werden, um den Tourismus zu stärken und die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) besser auszulasten. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2026 starten, nachdem im Jahr 2025 alle nötigen Genehmigungen eingeholt wurden.

Ob es tatsächlich schon Ende 2025 losgehen kann, hängt auch vom Wetter ab – im Winter ist der Brocken oft tief verschneit. Balcerowski zeigte sich jedoch optimistisch, dass mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt, das Fördermittel in Aussicht gestellt hat, zeitnah mit der Umsetzung begonnen werden kann.

Veranstaltungssaal für 500 Gäste geplant

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Umnutzung des ehemaligen Telekom-Gebäudes: Dort soll ein moderner Veranstaltungssaal für bis zu 500 Personen entstehen. Ziel sei es, ein attraktives touristisches und kulturelles Angebot zu schaffen, ohne den denkmalgeschützten Charakter des Ortes zu beschädigen. „Wir dürfen keine Bausünden begehen“, betont Balcerowski. „Wir bewegen uns in einem geschützten Denkmalbereich, der äußerlich erhalten bleiben muss.“

Die Vision: Der Brocken soll nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel bleiben, sondern auch ein kulturelles Zentrum werden – als Impulsgeber für den regionalen Tourismus und zur langfristigen Sicherung der HSB.

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