Krähen verzögern den Abriss des Rathauscenters

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Ludwigshafen. Der Abriss des maroden Rathausturms in Ludwigshafen verzögert sich – ausgerechnet wegen eines Krähennests. Ausgerechnet in einem nicht mehr genutzten Baustellenaufzug an der Nordwestseite des Turms haben sich geschützte Rabenkrähen eingenistet. Der Aufzug war ursprünglich aufgestellt worden, um Material abzutransportieren, da die Aufzüge im Inneren unbenutzbar sind.

Artenschutz geht vor Beton

Nach Angaben der Stadt wurde das Nest mit mehreren Jungvögeln entdeckt, als der Aufzug nun abgebaut werden sollte. Inzwischen ist nur noch ein Krähen-Junges im Nest verblieben – doch auch dieses steht unter striktem Naturschutz. Die Bauleitung hat angekündigt, mit weiteren Abrissmaßnahmen zu warten, bis der Jungvogel flügge ist. Das dürfte voraussichtlich innerhalb eines Monats der Fall sein.

Ursprünglich hatte die Untere Naturschutzbehörde vermutet, es handle sich um Saatkrähen, eine besonders streng geschützte Art. Nach aktuellen Erkenntnissen handelt es sich jedoch um Rabenkrähen, die ebenfalls geschützt sind. Entsprechend dürfen Nest und Tiere ohne Genehmigung nicht angetastet werden.

Abriss soll im September starten

Der eigentliche Rückbau des Turms soll nun Anfang September beginnen – sobald das Nest verlassen ist. Derzeit ist das Gebäude nur teilweise eingerüstet und noch nicht vollständig für den Abriss vorbereitet. Der Rückbau des Beton-Giganten erfolgt von oben nach unten.

Trotz der Verzögerung rechnet die Stadt mit keinen zusätzlichen Kosten. Die gesamte Anlage – bestehend aus Rathausturm, Einkaufszentrum und Parkhaus – soll der neuen Helmut-Kohl-Allee weichen, die als ebenerdige Ersatzstraße für die marode Hochstraße Nord geplant ist.

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