Kesselhaus-Sprengung im Frühjahr 2026

Foto: Axel Hindemith/CC BY-SA 3.0
Foto: Axel Hindemith/CC BY-SA 3.0

Mehrum. Ein Jahr nach der ersten großen Sprengung auf dem Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks Mehrum schreitet der Rückbau sichtbar voran. Wo einst riesige Blöcke aus Beton und Stahl standen, ragen heute nur noch die blanken Stahlgerippe der verbliebenen Gebäude in den Himmel – ein Anblick, der den Übergang vom Energiezeitalter zur Nachnutzung markiert.

Kühlturm gesprengt, Kesselhaus als nächstes Ziel

Nach dem spektakulären Einsturz der ersten Gebäudeteile am 26. Oktober 2024 folgte am 12. April 2025 der nächste Meilenstein: Der 130 Meter hohe Kühlturm wurde mit rund 150 Kilogramm Sprengstoff kontrolliert zu Fall gebracht. Seither laufen die Arbeiten mit Hochdruck weiter, um Platz für die kommende Großsprengung des Kesselhauses zu schaffen.

Dieses ist mit seiner gewaltigen Stahlkonstruktion und einem 50.000 Tonnen schweren Kessel europaweit einzigartig – entsprechend komplex sind die Vorbereitungen. Mitte November wollen Sprengmeister und Projektverantwortliche erste Konzepte abstimmen. „Wir liegen voll im Zeitplan“, betont Geschäftsführer Armin Fieber.

Asbest sorgt für aufwändigen Rückbau

Parallel zur Sprengvorbereitung laufen aufwendige Asbestsanierungsarbeiten. Spezialfirmen entfernen derzeit die alten Fassadenplatten, die noch aus den Baujahren zwischen 1962 und 1979 stammen und Asbest enthalten. Um Gesundheitsrisiken zu vermeiden, wird jede Platte einzeln in Big-Bags entsorgt. Nach dem Abhängen der Platten zeigt sich nun die Metallstruktur der Gebäude – das Kraftwerk gleicht einem riesigen Stahlskelett.

Zeitplan bis 2027

Bis Sommer 2026 soll das Kesselhaus fallen, danach steht der markante 250 Meter hohe Schornstein auf der Liste. Dessen Sprengung ist für den Jahreswechsel 2026/2027 geplant. Wenn alles nach Plan läuft, wird das Gelände 2027 vollständig geräumt und kann für eine neue Nutzung vorbereitet werden.

Das Kraftwerk war Ende 2021 außer Betrieb gegangen, diente nach der Energiekrise 2022 noch kurzzeitig als Reserve und wurde im Frühjahr 2024 endgültig stillgelegt. Mit dem schrittweisen Abriss endet nun ein Stück Industriegeschichte – und zugleich entsteht Raum für Zukunft.

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