Renovierungsarbeiten in Pariser Katakomben

Foto: Jorge Láscar/CC BY 2.0
Foto: Jorge Láscar/CC BY 2.0

Paris. Die weltberühmten Pariser Katakomben schließen ab Montag für ein halbes Jahr. Grund sind umfangreiche Renovierungsarbeiten, mit denen die unterirdischen Stollen modernisiert werden sollen. Geplant sind unter anderem eine verbesserte Lüftung, mehr Licht und ein neu angelegter Besucherpfad. Ziel ist es, die jährlich rund 600.000 Besucherinnen und Besucher sicher durch die 800 Meter langen Stollen zu führen und gleichzeitig die Millionen menschlichen Überreste zu erhalten.

Die Katakomben sind ein historisches Labyrinth aus Kalksteingewölben, in denen über Jahrhunderte die Knochen verschiedener Pariser Friedhöfe gesammelt wurden – vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution. Entstanden sind die Stollen bereits im 12. Jahrhundert durch den Kalksteinabbau.

Rund 5,5 Millionen Euro investiert die Stadt Paris in die Renovierung. Ein zentrales Problem ist die hohe Feuchtigkeit, die Pfützen bildet und Bakterien auf den gestapelten Knochen wachsen lässt. „Dies ist schlecht für den Erhalt der Überreste“, erklärt Katakomben-Leiterin Isabelle Knafou. Die Arbeiten sollen auch Graffiti entfernen, wobei historische Inschriften aus dem 19. Jahrhundert erhalten bleiben.

Die Katakomben sind nicht nur touristischer Anziehungspunkt, sondern auch ein Ort der Erinnerung. Wiederholt kam es zu Diebstählen von Knochen und Schädeln, weshalb die Überreste mittlerweile zusammengecementiert sind. Knafou betont: „Manche Besucher kommen, um sich zu gruseln, ohne zu verstehen, dass dies echte menschliche Überreste sind. Wir erklären, dass dies unsere Vorfahren sind und niemand damit spielen sollte.“

Die Wiedereröffnung der Katakomben ist für Frühjahr 2026 geplant, dann mit sicherer Infrastruktur, verbessertem Besucherkomfort und erhaltenem historischen Charme.

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