Gräfenhainichen. In Ferropolis, der „Stadt aus Eisen“ bei Gräfenhainichen, steht der schwerste Bagger des Freilichtmuseums vor einer umfassenden Sanierung. Der Absetzer „Gemini“, ein Koloss aus Stahl, soll für rund 1,2 Million Euro instand gesetzt werden.
„Gemini“ wurde 1958 vom VEB Förderanlagen Köthen gebaut und wiegt 1.980 Tonnen. Mit einer Länge von 125 Metern und einer Höhe von 30 Metern ist er das größte Tagebaugerät in Ferropolis. Ursprünglich diente er dazu, Abraum zu verteilen, der beim Braunkohleabbau im Tagebau Golpa-Nord anfiel. Sein schwenkbarer Ausleger ermöglichte es, das Material effizient auf Halden zu verteilen.
Die Sanierung ist dringend notwendig, da die hölzernen Schwellen des Absetzers verfaulen und ersetzt werden müssen. Die Kosten belaufen sich auf knapp eine Million Euro. „Wir müssen abwägen, wie sich die Baupreise entwickeln“, sagte Sprecherin Janine Scharf. Bis zur Sanierung erstellt ein Geologe noch ein Bodengutachten – denn der Kran, der den schweren Bagger unter Umständen bis auf einen Meter anhebt, muss sicher stehen.
Ferropolis beherbergt insgesamt fünf Großgeräte aus dem ehemaligen Tagebau Golpa-Nord: drei Tagebaubagger und zwei Absetzer. Diese Maschinen sind Zeitzeugen der ostdeutschen Industriegeschichte und dienen heute als Kulisse für Konzerte und Veranstaltungen. Die Instandhaltung der Bagger kostet jährlich rund 50.000 Euro. Langfristig ist eine Grundsanierung aller Geräte geplant, die insgesamt 20 Millionen Euro kosten soll.
Die Sanierung von „Gemini“ ist Teil dieser umfassenden Erhaltungsmaßnahmen. Durch die Investition soll sichergestellt werden, dass die beeindruckenden Maschinen auch in Zukunft als kulturelles Erbe und touristische Attraktion erhalten bleiben.
Besucher können Ferropolis ganzjährig besichtigen und die imposanten Bagger aus nächster Nähe erleben. Führungen und Audio-Guides bieten zusätzliche Informationen zur Geschichte und Technik der Maschinen.
