Ehemaliger Fliegerhorst wird bezahlbarer Wohnraum

Foto: Sascha Stüber
Foto: Sascha Stüber

Oldenburg. Auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes in Oldenburg hat die Stadt ein Pilotprojekt für den kommunalen Wohnungsbau gestartet. Am Nelson-Mandela-Ring erfolgte am 8. Oktober 2026 der symbolische erste Spatenstich für ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen. Rund 2,7 Millionen Euro investiert die Stadt in das Vorhaben, das im Juli 2028 fertiggestellt werden soll.

Zwölf Wohnungen für kleinere Haushalte

Das geplante Gebäude entsteht auf einem rund 1.000 Quadratmeter großen Grundstück. Vorgesehen sind zwölf Wohnungen mit jeweils eineinhalb oder zwei Zimmern und Wohnflächen zwischen 48 und 60 Quadratmetern. Balkone oder Terrassen gehören ebenso zur Ausstattung wie eine moderne Energieversorgung mit Wärmepumpe und Photovoltaikanlage. Eine Wohnung wird rollstuhlgerecht, drei weitere werden barrierefrei ausgeführt.

Die Wohnungen sollen zu vergleichsweise günstigen Mietpreisen angeboten werden. Mit dem Projekt will die Stadt auf den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum reagieren und zugleich Erfahrungen für weitere kommunale Bauvorhaben sammeln.

Pilotprojekt für städtischen Wohnungsbau

Hinter dem Vorhaben steht eine Initiative des Stadtrates, den kommunalen Wohnungsbau auszubauen. Geprüft wird, den Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau um einen eigenen Bereich für Wohnungsbau zu erweitern. Das Projekt auf dem Fliegerhorst dient damit auch als praktischer Test für künftige Organisations- und Bauprozesse.

Um Kosten zu sparen, greift die Stadt auf einen bereits erprobten Entwurf des Oldenburger Architekturbüros Sosath & Scheper zurück. Ein nahezu baugleiches Gebäude wurde zuvor für die Klävemann-Stiftung am Stillen Weg realisiert.

Militärbrache wird zum neuen Stadtteil

Der ehemalige Fliegerhorst gehört zu den großen Konversionsflächen Oldenburgs. Auf dem rund 190 Hektar großen Gelände entsteht schrittweise ein neuer Stadtteil mit Wohnungen, Gewerbeflächen, sozialen Einrichtungen und Grünräumen. Prägende ehemalige Militärgebäude sollen teilweise erhalten und für neue Nutzungen umgebaut werden.

Das kommunale Wohnungsbauprojekt setzt dabei einen eigenen Akzent: Die Entwicklung des Areals soll nicht allein privaten Investoren überlassen bleiben. Ob das Pilotvorhaben zum Ausgangspunkt für weitere städtische Wohnungsbauprojekte wird, dürfte wesentlich davon abhängen, ob die geplanten Kosten und der Zeitrahmen eingehalten werden können.

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