Heimboldshausen. An der Heringer Straße in Heimboldshausen ist aus einem einst maroden Wohn- und Geschäftshaus längst ein Dauerproblem geworden. Im Sommer 2021 ließ der Landkreis Hersfeld-Rotenburg die beiden oberen Geschosse wegen Einsturzgefahr abtragen. Die Mauern des Erdgeschosses blieben jedoch stehen – mitsamt einem Teil des Bauschutts. Fünf Jahre später wächst dort inzwischen Gestrüpp aus der Ruine.
Der Landkreis hatte sein Vorgehen damals mit der Gefahrenabwehr begründet. Nur die Gebäudeteile, von denen eine unmittelbare Gefahr ausging, sollten entfernt werden. Ein kompletter Abriss und die Räumung des Grundstücks seien dagegen nicht Aufgabe der Behörde gewesen. Genau diese Entscheidung sorgt bis heute für Unverständnis bei Gemeinde und Anwohnern.
Die Marktgemeinde Philippsthal fordert nun erneut eine Lösung. Im Gemeinderat wurde einstimmig beschlossen, mit dem Landkreis über einen vollständigen Abriss und die Entsorgung zu sprechen. Gleichzeitig sollen die Kosten ermittelt werden, falls die Kommune das Grundstück selbst kaufen und beseitigen müsste. Der Eigentümer ist inzwischen ausfindig gemacht worden und grundsätzlich verkaufsbereit.
Besonders pikant: In den vergangenen Jahren waren laut Bürgermeister bereits 100.000 Euro für einen Abriss in den Haushalten vorgesehen. Doch die Gemeinde scheute letztlich die Konsequenzen eines eigenen Vorgehens. Nun steht die Frage erneut im Raum, wer für die Beseitigung der Ruine bezahlen soll. Aus einer Gefahrenabwehrmaßnahme ist damit ein fünf Jahre alter Schandfleck geworden – inklusive Bauschutt, Wildwuchs und Zuständigkeitsstreit.
