Betreiber meldet Unfall bei Isar-Rückbauarbeiten

Foto: Helmlechner/CC0
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Essenbach. Im stillgelegten Kernkraftwerk Isar 2 im Landkreis Landshut ist es während der Rückbauarbeiten zu einem Zwischenfall gekommen. Wie der Betreiber Preussen Elektra mitteilte, stürzte in der vergangenen Woche bei Unterwasser-Demontagearbeiten ein rund 800 Kilogramm schweres Metallteil ab. Dabei wurde die Auskleidung eines Beckens im Reaktorgebäude beschädigt – in der Folge trat radioaktives Wasser aus. Nach Angaben des Kraftwerksleiters Carsten Müller handelt es sich um nur wenige Kubikmeter leicht kontaminiertes Wasser.

Ein Risiko für Umwelt oder Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, betonten sowohl Betreiberfirma als auch Kraftwerksleitung. Die Sicherheitsarchitektur im Reaktorgebäude habe wie vorgesehen funktioniert: Das ausgetretene Wasser wurde vollständig im baulichen Zwischenraum zwischen zwei Wänden aufgefangen. „Man muss sich das wie eine Doppelwand vorstellen – der Zwischenraum dient genau für solche Situationen“, erklärte Müller im Gespräch mit dem BR.

Das bayerische Umweltministerium wurde nach Angaben der Betreiber sofort informiert. Der Vorfall wurde nach Kategorie „N“ – also „Normalmeldung“ – registriert. Schwere Störungen hätten eine sofortige Meldung erforderlich gemacht. Die Ursachen des Lastabsturzes werden derzeit untersucht.

Als Folge des Zwischenfalls sind Teile der Rückbauarbeiten im Reaktorblock Isar 2 vorerst gestoppt. Die Pause werde voraussichtlich noch mindestens bis Ende Dezember dauern, schätzte Müller. Ob der langfristige Zeitplan gefährdet ist, sei derzeit noch offen. Die Höhe des Schadens lässt sich ebenfalls noch nicht beziffern.

Grundsätzlich liege der Rückbau aber im Plan, betonte Müller. Bei Isar 1 seien bereits mehr als die Hälfte aller Komponenten demontiert, die vollständige Dekontamination des Gebäudes soll bis 2036 abgeschlossen sein. Der gesamte Rückbau beider Blöcke – Isar 1 und Isar 2 – soll plangemäß bis 2040 enden.

Für die künftige Nutzung des Kraftwerksgeländes gibt es bereits erste Ideen. Preussen-Elektra-Chef Guido Knott nannte mögliche Optionen wie große Batteriespeicher, Rechenzentren oder sogar Einrichtungen im Bereich der Fusionsforschung.

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