Eichenthal. Ein unscheinbares Gebäude in der Gemeinde Lindholz verbirgt, was sich tief darunter befindet: ein Hochsicherheitsbunker aus DDR-Zeiten, Baujahr 1986. Zwei Etagen, fünf Kammern, Schutzklasse D – ausgelegt, um für einige Stunden sogar atomare Strahlung abzuschirmen. Nun steht das Gelände erneut zum Verkauf, nachdem bereits 2022 kein Käufer gefunden wurde.
Bunker ohne Preis – aber mit hoher Provision
Auf der Maklerplattform „makellos-europa“ wird der Kaufpreis nicht öffentlich genannt. Fest steht jedoch: Käufer müssen 20.000 Euro Provision plus Steuern zahlen. Zusätzlich fällt eine monatliche Aufwandsentschädigung für den Betrieb der Anlage an.
Seit 2007 ist der unterirdische Komplex als Bunkermuseum zugänglich.
Das Gelände ist weitläufig: 2.300 Quadratmeter Nutzfläche im Bunker, dicke Betonwände, eigene Funkkanäle, ein autarkes Wasserwerk. Strom liefert eine Photovoltaik-Anlage, dazu kommen Wachgebäude, Garagen, ein Fasslager und eine Kläranlage – alles eingezäunt und videoüberwacht.
Boom der Privatbunker – trotz begrenztem Schutz
Der Markt für private Schutzräume wächst. Getrieben von geopolitischen Spannungen und Ängsten vor einem Atomkrieg steigt die Nachfrage spürbar. Zahlreiche Hersteller bieten inzwischen Bunker und Panikräume an – sogar Discounter wie Norma haben solche Produkte im Sortiment.
Doch Experten dämpfen die Erwartungen. Laut Alicia Sanders-Zakre von der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen bieten solche Anlagen keinen realen Schutz vor einem Atomkrieg. Ihre Bedeutung liege vor allem im psychologischen Sicherheitsgefühl.
