AKW Brokdorf weicht riesigem Batterie-Speicher

Foto: 0nuBB/CC BY-SA 4.0
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Brokdorf. Der deutsche Atomausstieg ist endgültig – und mit ihm geht ein Stück Industriegeschichte zu Ende. Als letztes deutsches Kernkraftwerk ohne begonnenen Rückbau hat das AKW Brokdorf am 13. Dezember offiziell den Weg in den Abriss eingeschlagen. Der Betreiber Preussenelektra, Tochter des E.on-Konzerns, startete nach erteilter Genehmigung des Landes Schleswig-Holstein mit den Arbeiten, die Jahrzehnte andauern werden.

Mammutaufgabe: 650.000 Tonnen Material

Die Dimensionen sind gewaltig: Insgesamt 650.000 Tonnen Material werden beim Rückbau bewegt. Lediglich 0,7 Prozent gelten als radioaktiver Abfall und sollen im Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter deponiert werden. Der überwiegende Teil fällt unter „Wertstoff“ – und wird nach aufwendigen Prüfungen recycelt, weiterverwertet oder deponiert.

Damit das möglich ist, muss jedes einzelne Bauteil untersucht werden. Probenahmen und Messungen dienen dem sogenannten Freigabeverfahren. Materialien, die eine Strahlenbelastung von weniger als zehn Mikrosievert pro Jahr verursachen, gelten als unbedenklich. Zum Vergleich: Ein Mensch in Deutschland ist durchschnittlich rund 2.000 Mikrosievert natürlicher Radioaktivität ausgesetzt.

Jahrzehnte dauernder Prozess

Der Rückbau wird weit ins nächste Jahrzehnt reichen. Preussenelektra verweist auf Erfahrungen aus sieben anderen Abbauprojekten – darunter die stillgelegten Meiler in Würgassen und Stade. Dennoch gilt Brokdorf als deutlich größere Herausforderung: Das Kraftwerk an der Elbe war nicht nur ein Symbol der Anti-Atomkraft-Bewegung, sondern auch eines der leistungsstärksten seiner Zeit.

Brokdorf: Strom-Weltmeister an der Elbe

In seiner 35-jährigen Betriebszeit schrieb Brokdorf Energieweltgeschichte. 1992 und 2005 lieferte kein anderes Kernkraftwerk weltweit so viel Strom wie der Meiler in Schleswig-Holstein. Zuletzt waren es jährlich knapp 11.000 Gigawattstunden.

Zukunft mit Batterie-Gigant

Ganz verschwindet die Energie aus Brokdorf nicht: Auf dem Gelände plant Preussenelektra parallel zum Rückbau einen Batteriespeicher der Superlative. Bis zu 800 Megawatt Leistung und 1.600 Megawattstunden Speicherkapazität sind vorgesehen. Der Speicher soll Strom aus Windkraftanlagen aufnehmen und über das Umspannwerk Wilster ins Netz einspeisen – ein zentrales Element der Energiewende im Norden.

Mit dem Start des Rückbaus in Brokdorf endet endgültig die Ära der Kernkraft in Deutschland. Gleichzeitig öffnet sich das Kapitel einer neuen Energiezukunft – mit Beton, Stahl und einer Menge Geduld.

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