Osten. Die älteste Schwebefähre Deutschlands, ein Wahrzeichen im niedersächsischen Elbe-Weser-Dreieck, steht vor einer umfassenden Sanierung. Die 1909 in Betrieb genommene Stahlkonstruktion, die den Fluss Oste zwischen Osten und Hemmoor überquert, ist stark von Rost und Witterung gezeichnet. Über 8,6 Millionen Euro werden in den nächsten zwei Jahren investiert, um das historische Bauwerk zu erhalten.
„Salzhaltige Luft, Sonneneinstrahlung und Frost setzen dem Stahl seit Jahrzehnten zu“, erklärt Karl-Heinz Brinkmann von der Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten-Hemmoor. Die Schäden an der Konstruktion erfordern laut Förderverein dringend Maßnahmen: Rost muss entfernt, beschädigte Teile ersetzt und die gesamte Anlage versiegelt werden, um weiteren Verfall zu stoppen.
Die Finanzierung des Projekts ist ein Kraftakt: Rund zwei Millionen Euro kommen vom Bund, weitere 80.000 Euro steuern unter anderem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bei. Den Löwenanteil von etwa 6,5 Millionen Euro trägt der Landkreis Cuxhaven, der zugleich Eigentümer der Anlage ist.
Weltweit existieren heute nur noch acht Schwebefähren – neben der in Osten unter anderem in Frankreich, Spanien, Argentinien und Großbritannien. In Deutschland gibt es mit der Schwebefähre Rendsburg lediglich eine zweite, die derzeit jedoch außer Betrieb ist.
Die Oste-Schwebefähre hat sich in den letzten Jahrzehnten vom einstigen Verkehrsmittel zum touristischen Aushängeschild der Region gewandelt. Seit dem Bau einer nahegelegenen Brücke in den 1970er-Jahren dient sie vorrangig Fußgängern, Radfahrern und kleinen Fahrzeugen. Möglich gemacht wurde der Weiterbetrieb durch den Einsatz Ehrenamtlicher, die sich seit 50 Jahren im Förderverein engagieren – der mittlerweile auch das Museum „FährStuv“ betreibt.
„Die Fähre ist ein Anziehungspunkt für Technikliebhaber, Radtouristen und Familien. Viele kommen gezielt in die Region, um dieses einzigartige Erlebnis zu genießen“, so Brinkmann. Mit der Sanierung soll die Schwebefähre nicht nur technisch gesichert, sondern auch als lebendiges Kulturerbe erhalten bleiben.
