VEB Bürstenwerke Schönheide

Schönheide im Erzgebirge war einst ein Zentrum der deutschen Bürstenindustrie. Kaum ein anderer Ort in der Region war so eng mit Bürsten, Pinseln und Besen verbunden. Mit dem VEB Bürstenwerke Schönheide wurde diese jahrzehntealte Tradition in der DDR industrialisiert und zu einem weit verzweigten volkseigenen Großbetrieb ausgebaut. Heute erinnern nur noch wenige Spuren an die Dimension dieses Unternehmens.

Die ehemalige Bürstenfabrik Knoll (ehem. VEB Bürstenwerke Schönheide) an der Oberen Straße in Schönheide (Erzgebirgskreis) befindet sich heute in einem schlimmen Zustand. Zu aktiven Zeiten wurden hier größtenteils Malerbürsten und Malerpinsel aller Art hergestellt.

Aus der Not wurde eine Industrie

Die Schönheider Bürstenherstellung begann bereits um 1820/1825. Was zunächst aus wirtschaftlicher Not heraus entstand, entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Industriezweig. Nach 1860 entstanden in Schönheide, Stützengrün und Rothenkirchen zahlreiche Betriebe. Zeitweise arbeiteten in der Region mehr als 2.000 Menschen in der Bürsten-, Besen- und Pinselfertigung. Die Produkte gingen nicht nur nach Deutschland, sondern wurden in zahlreiche Länder exportiert.

Was vom „Flamingo“ geblieben ist

Heute ist der einstige VEB vor allem ein Kapitel der Schönheider Industriegeschichte. Die erhaltenen Gebäude und ehemaligen Betriebsgelände sind über den Ort verteilt; eine einzige, geschlossene Fabrikanlage, die den früheren Konzerncharakter noch unmittelbar sichtbar machen würde, ist kaum auszumachen. Das Sächsische Staatsarchiv bewahrt allerdings umfangreiche Unterlagen zu Grundstücken, Gebäuden, Betriebsteilen und Umbauten – ein eindrucksvolles Zeugnis für die einstige Größe des Unternehmens.

In diesem Jahr wird das Areal fachmännisch beräumt. Für den Rückbau sind 900.000 Euro eingeplant, rund 600.000 Euro mehr als im aktuellen Haushalt dafür geplant waren. Grund sind durch den strengen Winter eingestürzte Gebäudeteile und massive Kontaminationen des Erdreichs. Neben dem Beschluss zur Beantragung von Fördermitteln schlug der Planer weiter vor, die Natursteine im Sockel der Industrieruine zu sichern und später für die anfallenden Sanierungsarbeiten an den Stützmauern im Ort wiederzuverwenden.

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