Flugplatz Marxwalde Neuhardenberg

Der Sonderlandeplatz Neuhardenberg (ICAO-Code: EDON) blickt auf eine bewegte Geschichte zurück – von einem geheimen Stützpunkt der Wehrmacht über ein Schlüsselobjekt der DDR-Luftstreitkräfte bis hin zum heutigen zivilen Flugplatz.

Die Geschichte des ostbrandenburgischen Areals begann 1934 unter strengster Geheimhaltung: Im Auftrag der Wehrmacht wurde hier ein militärischer Flugplatz errichtet. Bereits 1937 testeten die Heinkel-Werke dort erste Raketentriebwerke – ein frühes Kapitel deutscher Rüstungstechnologie. Ab 1939 war in Neuhardenberg eine Flugzeugführerschule für mehrmotorige Maschinen wie die Ju 52 und He 111 stationiert. Während des Zweiten Weltkriegs diente der Platz immer wieder als Einsatzbasis, etwa bei der Invasion Polens und später zur Aufklärung gegen die Rote Armee. Die sowjetischen Truppen nahmen den Platz im April 1945 ein und nutzten ihn sofort als Frontflugplatz während der Berliner Operation.

In der DDR-Zeit wurde das Gelände ab 1957 massiv ausgebaut. Das Dorf Marxwalde, wie Neuhardenberg damals hieß, entwickelte sich zu einem wichtigen Standort der Nationalen Volksarmee (NVA). Das Transportfliegergeschwader 44 – die Regierungsfliegerstaffel der DDR – wurde hier 1959 stationiert, streng bewacht von Einheiten des Ministeriums für Staatssicherheit. 1960 kam das Jagdfliegergeschwader 8 hinzu. Die technische Ausstattung des Platzes galt in der DDR als außergewöhnlich: Mit hochentwickelter Funknavigation, Rundsichtradar und präzisen Landesystemen war der Flugplatz bestens aufgestellt – auch für Regierungs- und Militärflüge.

Nach der Wiedervereinigung nutzte die Bundeswehr das Gelände kurzzeitig, u. a. als Einsatzbasis während des Oderhochwassers 1997. Mit dem Rückzug des Militärs endete die Ära als strategischer Flugplatz. Der Standort wurde privatisiert, eine zivile Linienverbindung nach Krakau im Jahr 2004 blieb jedoch nur ein kurzlebiger Versuch.

Heute steht der Sonderlandeplatz Neuhardenberg sinnbildlich für den Wandel Ostdeutschlands – von einem Ort militärischer Geheimnisse zu einem Stück ziviler Infrastruktur mit bewegter Vergangenheit.

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