Betriebsferienheim VEG Kampf

In Magdeburgerforth, einem Ortsteil von Möckern im Jerichower Land, steht eine historische Villa, deren Geschichte mehrere Epochen miteinander verbindet. Das Gebäude in der Friedensstraße 14 ist als Baudenkmal eingetragen und wurde zu DDR-Zeiten als Betriebsferienheim des VEG Kampf genutzt. Die genaue Baugeschichte der Villa ist heute nur lückenhaft dokumentiert. Fest steht jedoch, dass das Gebäude bereits lange vor der DDR existierte und zu den historischen Bauten des Ortes zählt.

Das VEG Kampf und seine Geschichte

Das Volkseigene Gut (VEG) Kampf war ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb der DDR. Der Betrieb beschäftigte zeitweise mehrere hundert Menschen und konzentrierte sich unter anderem auf die Tierproduktion. In den 1970er-Jahren gehörten auch umfangreiche Schweinemastanlagen zum Betrieb. Zeitgenössische Veröffentlichungen zeigen, welchen Stellenwert das VEG Kampf innerhalb der DDR-Landwirtschaft besaß. 1979 wurden dort rund 9.000 Mastschweine gehalten. Der Betrieb verfügte über eigene Arbeitsbrigaden und modernisierte seine Stallanlagen schrittweise.

Ferienheim für die Beschäftigten

Neben der landwirtschaftlichen Produktion gehörten soziale Einrichtungen zum Alltag der Volkseigenen Güter. Auch das historische Gebäude in Magdeburgerforth wurde entsprechend genutzt. Als Betriebsferienheim stand es Beschäftigten des VEG Kampf und ihren Familien für Erholung und Urlaub zur Verfügung. Damit wurde aus der historischen Villa ein Bestandteil der betrieblichen Sozialstruktur der DDR. Das Gebäude erhielt eine völlig neue Funktion und wurde zu einem Ort, an dem sich Arbeitswelt und Freizeit miteinander verbanden.

Nach 1990 begann der Niedergang

Mit dem Ende der DDR und der Auflösung beziehungsweise Umstrukturierung der Volkseigenen Güter verlor auch das VEG Kampf seine bisherige Funktion. Für das Ferienheim begann damit eine neue Phase. Eine spätere Nutzung konnte den dauerhaften Leerstand offenbar nicht verhindern. Schließlich wurde aus dem einst genutzten Ferienheim ein verlassenes Gebäude. Heute zeugen Leerstand, Verfall und zurückgelassene Spuren von der vergangenen Nutzung.

Denkmal zwischen Verfall und Erinnerung

Besonders bemerkenswert ist, dass die Villa trotz ihres heutigen Zustands unter Denkmalschutz steht. Damit besitzt sie nicht nur architektonischen, sondern auch zeitgeschichtlichen Wert. Sie erzählt von den Veränderungen ländlicher Besitzstrukturen, der DDR-Landwirtschaft und dem sozialen Leben in einem staatlichen Landwirtschaftsbetrieb.

Heute ist das ehemalige Betriebsferienheim vor allem als Lost Place bekannt. Sein Zustand zeigt zugleich ein bekanntes Problem vieler ländlicher Denkmale: Historische Bedeutung allein reicht nicht aus, um ein Gebäude dauerhaft zu erhalten. Ohne tragfähige Nutzung und Investitionen bleibt auch ein geschütztes Denkmal vom Verfall bedroht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert