Das Bergwerk Blumenthal/Haard entstand am 1. Oktober 1992 durch die Zusammenlegung der Zeche General Blumenthal in Recklinghausen mit dem Bergwerk Haard, dem ehemaligen Standort Ewald Fortsetzung in Oer-Erkenschwick. Das weitläufige Grubenfeld erstreckte sich unter Recklinghausen, Oer-Erkenschwick, Haltern und Marl.

Millionen Tonnen Steinkohle aus großer Tiefe
Das Verbundbergwerk gehörte zu den leistungsfähigen Steinkohleproduzenten des Ruhrgebiets. Jährlich wurden mehr als drei Millionen Tonnen Steinkohle gefördert. Zum weit verzweigten Bergwerk gehörten zahlreiche Förder-, Seilfahrts- und Wetterschächte, darunter die Schächte General Blumenthal, Ewald Fortsetzung, Haltern und An der Haard.
Der Standort Haard spielte dabei insbesondere für den nördlichen Abbau eine wichtige Rolle. Der Schacht „An der Haard 1“ wurde Ende der 1970er-Jahre abgeteuft und erreichte eine Endteufe von rund 1.115 Metern.






2001 endet der Bergbau in Recklinghausen
Die Geschichte des Verbundbergwerks war jedoch nur von kurzer Dauer. Am 30. Juni 2001 wurde Blumenthal/Haard mit dem Bergwerk Auguste Victoria zum neuen Verbundbergwerk Auguste Victoria/Blumenthal zusammengeschlossen. Die bisherigen Standorte von General Blumenthal und Haard wurden anschließend schrittweise aufgegeben. Für Recklinghausen bedeutete die Stilllegung das Ende einer jahrzehntelang prägenden Bergbaugeschichte.

Schächte verschwinden aus dem Landschaftsbild
Nach dem Ende der Förderung begann der Rückbau der übertägigen Anlagen. Zahlreiche Schächte wurden verfüllt und Gebäude abgebrochen. Besonders markant war der Schacht An der Haard 1: Die dort verbliebenen Übertageanlagen wurden ab 2020 beseitigt, am 24. Februar 2021 fiel schließlich auch der Förderturm durch eine Sprengung.

Die Zeche bleibt Teil der Ruhrgebietsgeschichte
Heute sind von den einst umfangreichen Anlagen nur noch wenige bauliche Spuren vorhanden. Das ehemalige Bergwerk Blumenthal/Haard steht damit beispielhaft für den tiefgreifenden Strukturwandel im Ruhrgebiet. Wo einst tausende Menschen unter und über Tage arbeiteten und Millionen Tonnen Kohle gefördert wurden, entstehen neue Nutzungen oder kehrt die Natur zurück.
Die Geschichte des Bergwerks wird unter anderem durch lokale Geschichtsvereine und bergbauhistorische Initiativen bewahrt. Die Stadt Recklinghausen erinnert bis heute an die Bedeutung des Bergbaus für die Entwicklung der Stadt und ihrer Bevölkerung.
