Das ehemalige Bahnbetriebswerk Sangerhausen gehört zu den markanten Relikten der Eisenbahngeschichte der Stadt. 1878 entstand zunächst eine Lokstation mit Werkstatt. Mit dem Ausbau Sangerhausens zu einem wichtigen Eisenbahnknoten wuchs auch die Bedeutung des Betriebswerks.

Zwei Ringlokschuppen prägen das Areal
Das charakteristische Erscheinungsbild erhielt das Bahnbetriebswerk durch seine beiden Ringlokschuppen. Der erste wurde 1899 fertiggestellt und verfügte über eine 20-Meter-Drehscheibe. 1923 kam ein zweiter Ringlokschuppen mit einer größeren, 23 Meter messenden Drehscheibe hinzu. Werkstätten und weitere Betriebsgebäude ergänzten die Anlage.

Eine besondere Aufgabe hatte das Betriebswerk beim Eisenbahnbetrieb über die sogenannte Blankenheimer Rampe zwischen Sangerhausen und Blankenheim. Wegen der erheblichen Steigung wurden dort zusätzliche Lokomotiven für den Schiebebetrieb eingesetzt.
Nach der Wende kam das Ende
Mit dem Rückgang des Güterverkehrs verlor das Bahnbetriebswerk nach der deutschen Wiedervereinigung zunehmend an Bedeutung. Ende 1993 wurde es zur Außenstelle des Bahnbetriebswerks Nordhausen herabgestuft. 1994 endete der Werkstattbetrieb, 1996 wurde schließlich auch die Lokleitung aufgegeben.





Heute erinnert nur noch wenig an den Bahnbetrieb
Nach der Stilllegung verfielen große Teile des Areals. Gebäude wurden abgerissen oder von der Natur zurückerobert. Das ehemalige Bahnbetriebswerk gilt damit als eindrucksvolles Zeugnis des industriellen und eisenbahngeschichtlichen Wandels in Sangerhausen. Die Stadt selbst beschreibt die Anlage heute als „Schatten seiner selbst“.
