Zincoli-Gelände vor dem Neustart

Stolberg-Münsterbusch. Das ehemalige Zincoli-Gelände in Stolberg-Münsterbusch soll nach Jahren des Brachliegens zu einem modernen Gewerbequartier werden. Doch die Entwicklung der rund 3,45 Hektar großen Industriefläche ist kompliziert. Altlasten, städtebauliche Vorgaben und unterschiedliche Interessen machen aus der Umwandlung der Industriebrache ein aufwendiges Projekt. Auf dem früher industriell genutzten Areal sind Schadstoffbelastungen vorhanden. Die Sanierung des Geländes muss deshalb eng mit der weiteren Planung abgestimmt werden. Genau diese Altlastensituation gehört zu den Gründen, warum die Entwicklung deutlich komplexer ist als bei einer gewöhnlichen Gewerbefläche. Entsprechende Boden- und Umweltgutachten sind Bestandteil des laufenden Bebauungsplanverfahrens.

Das Ziel ist ein kleinteiliges Gewerbegebiet für Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen. Vorgesehen sind moderne Gewerbebauten, eine öffentliche Grünanlage sowie neue Wege für Fußgänger und Radfahrer. Gleichzeitig soll das Areal ökologisch und städtebaulich hochwertig entwickelt werden. Die Stadt will damit eine lange ungenutzte Industriefläche wieder in den Wirtschaftskreislauf bringen. Eine wichtige Verbindung zur industriellen Vergangenheit soll erhalten bleiben: Der rund 80 Meter hohe Zincoli-Kamin bleibt als markante Landmarke bestehen. Er soll in das neue Quartier integriert und künftig auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Damit soll die Geschichte des ehemaligen Industriestandorts nicht vollständig aus dem Stadtbild verschwinden.

Inzwischen ist das Projekt in eine neue entscheidende Phase eingetreten. Die Stadt Stolberg legt den überarbeiteten Bebauungsplan Nr. 175 „Gewerbepark Zincoli-Gelände“ vom 29. Juli bis zum 11. September 2026 erneut öffentlich aus. Parallel laufen die Planungen für Erschließung und Freiflächen. Bereits Anfang 2026 hatten Rodungsarbeiten den sichtbaren Start der Erschließung markiert.

Das Zincoli-Gelände steht damit exemplarisch für die schwierige Transformation ehemaliger Industriestandorte. Aus einer belasteten Industriebrache soll ein zukunftsfähiges Gewerbequartier entstehen – ohne die industrielle Vergangenheit vollständig zu tilgen. Ob und wann aus den Plänen tatsächlich ein neues Quartier wird, hängt nun maßgeblich vom weiteren Bebauungsplanverfahren und der Bewältigung der Altlasten ab.

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