Neubrandenburg. Ein markantes Relikt der DDR-Stadtplanung verschwindet aus dem Zentrum Neubrandenburgs. Das Wohnhochhaus in der Waagestraße soll bis Ende 2026 vollständig zurückgebaut sein. „Dann wird die Silhouette des Gebäudes endgültig aus dem Stadtbild verschwunden sein“, teilte Matthias Trenn, Sprecher der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft Neuwoges, mit. Eigentümerin ist inzwischen die Berliner SDL-Unternehmensgruppe, die das Hochhaus Ende Mai 2025 übernommen hat und auf den Rückbau komplexer Bestandsbauten spezialisiert ist.
Errichtet zwischen 1966 und 1968 galt das 33 Meter hohe und 55 Meter lange Gebäude einst als sozialistisches Prestigeobjekt. Mit 120 Zwei- und Dreizimmerwohnungen auf rund 6.100 Quadratmetern symbolisierte es die städtebaulichen Visionen der DDR. Dieses Image hat das Haus längst verloren. In den vergangenen Jahren wurde es als städtebaulicher Missstand eingestuft, der Abriss mehrfach verschoben. Bereits 2016 hatte die Stadtvertretung im Rahmen eines Innenstadtplans das Ende des Hochhauses beschlossen. Noch bis Anfang 2025 lebten Mieter in dem Gebäude.
Inzwischen ist das Hochhaus vollständig entkernt. Versorgungsleitungen, Fenster, Türen, Sanitäranlagen und Bodenbeläge wurden entfernt, um die Materialien fachgerecht zu trennen und zu entsorgen. Ab Mitte Januar soll das Gebäude eingerüstet werden, im Februar folgt die Aufstellung eines großen Krans. Kurz darauf beginnt der eigentliche Rückbau. Wegen der engen Bebauung rund um den Marktplatz ist kein klassischer Abriss möglich, stattdessen wird das Hochhaus Stück für Stück abgetragen. Die Waagestraße bleibt deshalb voraussichtlich bis Ende 2026 für Fußgänger gesperrt.
Nach dem Rückbau soll das Areal neu gestaltet werden. Geplant sind moderne Wohnungen und Gewerbeflächen, um die Innenstadt weiter aufzuwerten. Der Baustart für die Neubebauung ist für 2028 vorgesehen.
