100 Millionen für Brandenburger Denkmalschutz

Potsdam. Brandenburg hat im vergangenen Jahr so viel Geld wie selten zuvor in seine Denkmäler gesteckt. Rund 106 Millionen Euro flossen 2025 in den Erhalt historischer Bauten und Anlagen, teilte die Landesregierung bei der Vorstellung der aktuellen Denkmalbilanz in Potsdam mit. Etwa 30 Millionen Euro stellte das Kulturministerium bereit, weitere 76 Millionen Euro kamen aus dem Bauministerium. In dem Bundesland stehen mehr als 14.000 Bauwerke unter Denkmalschutz, rund zwei Prozent der gesamten Bausubstanz, wie Landeskonservator Thomas Drachenberg erklärte.

Kulturministerin Manja Schüle machte deutlich, dass Denkmalschutz für das Land kein verzichtbarer Luxus sei, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Denkmäler erzählten Geschichte und stifteten Identität – von frühgeschichtlichen Funden über Kirchen und Klöster bis hin zu Industrieanlagen aus der Braunkohleära. Bauminister Detlef Tabbert betonte, Ziel sei es, historische Orte nicht nur zu bewahren, sondern lebendig zu halten und weiterzuentwickeln.

Ein erheblicher Teil der Mittel floss in prominente Kulturstätten. Allein knapp 15 Millionen Euro gingen an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, unter anderem für das Neue Palais in Sanssouci. Weitere Millionen wurden in Parkanlagen, Klöster und historische Gärten investiert, zunehmend auch mit Blick auf Klimaanpassung. Auch Kirchen profitierten von der Förderung, etwa der Dom in Brandenburg an der Havel und zahlreiche sakrale Gebäude der evangelischen Landeskirche.

Zugleich mahnte Schüle mehr Unterstützung des Bundes für NS-Gedenkstätten an. Der Erhalt der authentischen Orte nationalsozialistischer Verbrechen sei eine nationale Aufgabe. In Brandenburg liegen mit Sachsenhausen und Ravensbrück zwei der wichtigsten KZ-Gedenkstätten Deutschlands. Zwar stellte das Land dafür auch eigene Mittel bereit, doch ohne ein gemeinsames Bund-Länder-Programm sei die langfristige Sicherung gefährdet. Landeskonservator Drachenberg zog dennoch ein vorsichtig positives Fazit: Viele Denkmäler seien gerettet worden, und Denkmalpflege leiste zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz, weil sie auf Erhalt statt Neubau setze.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert