Schott reißt Verwaltungsgebäude von 1952 ab

Mainz. Die Schott AG hat in Mainz ihr Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1952 abgerissen. Damit verschwindet ein architektonisch und historisch bedeutendes Zeugnis der Nachkriegszeit – und zugleich ein Teil der eigenen Unternehmensgeschichte. Der Abbruch sorgt vor allem deshalb für Kritik, weil Schott selbst traditionell großen Wert auf seine Geschichte und die Verbundenheit mit Mainz legt. Das Unternehmen unterstützte in der Vergangenheit unter anderem die Rückkehr des Gautors an seinen historischen Standort. Auch wenn für das Gebäude offenbar kein zwingender Denkmalschutz bestand, stellt sich die Frage nach einem verantwortungsvollen Umgang mit historischer Bausubstanz. Eine Modernisierung oder Umnutzung wäre grundsätzlich eine Alternative zum Abriss gewesen.

Der Fall zeigt erneut, wie stark Gebäude der 1950er- und 1960er-Jahre unter Veränderungs- und Abrissdruck stehen. Viele dieser Bauten dokumentieren den Wiederaufbau und den wirtschaftlichen Aufbruch der Nachkriegszeit. Mit dem Schott-Verwaltungsgebäude verliert Mainz ein weiteres Stück dieser Epoche. Der Abriss dürfte daher auch die Diskussion über einen stärkeren Schutz bedeutender Nachkriegsarchitektur neu beleben.

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