Schornstein des alten Sägewerks gesprengt

Goldberg. Mit einem lauten Knall endete am vergangenen Mittwoch um 12.46 Uhr ein Kapitel Stadtgeschichte: In der Bahnhofstraße in Goldberg wurde der rund 25 Meter hohe Schornstein des ehemaligen „VEB Holzindustrie“ kontrolliert gesprengt. Damit ist das letzte sichtbare Bauwerk des früheren Sägewerks verschwunden.

Verantwortlich für die Sprengung war Sprengmeister Karl-Heinz Bühring, der auf 46 Jahre Berufserfahrung zurückblickt. Fünf Kilogramm Sprengstoff waren am Sockel des einsturzgefährdeten Klinkerturms angebracht worden. Nach drei akustischen Warnsignalen und gezielter Bewässerung durch die Feuerwehr kippte der Schornstein planmäßig nach hinten – weg von der Straße. Personen- oder Sachschäden gab es nicht.

Rund 150 Schaulustige verfolgten die Aktion, darunter auch Bürgermeister Gustav Graf von Westarp (Freie Wähler). Er sprach von einem „Startschuss für ein neues Kapitel“. Auf dem Gelände könnte künftig ein Wohngebiet entstehen, eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.

Seit Herbst waren die übrigen Gebäude des Areals nach und nach abgerissen worden. Das Gelände gehört der Stadt seit 2014. Zu DDR-Zeiten als Volkseigener Betrieb bekannt, wurden dort nach der Wende noch bis 2004 Fenster produziert. Mit der Sprengung bleibt von dem traditionsreichen Standort nur noch eine freie Fläche – und viele Erinnerungen.

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