Römerstraße bei Drackenstein freigelegt

Drackenstein. Im Zuge der Vorarbeiten für den neuen A8-Albaufstieg bei Drackenstein im Landkreis Göppingen haben Archäologen ein rund 90 Meter langes Teilstück der antiken Alblimes-Straße freigelegt. Die etwa fünf Meter breite Straße stammt aus der Römerzeit und war einst eine bedeutende Verkehrsverbindung zwischen Rottweil und Heidenheim. Erhalten ist vor allem der steinerne Unterbau. Die Alblimes-Straße verband römische Kastelle, diente dem Handel und dem Truppentransport und markierte zugleich die Grenze zwischen dem Römischen Reich und den germanischen Gebieten. Wegen ihrer überregionalen Bedeutung wird sie von der Denkmalpflege als außergewöhnliches Kulturerbe eingestuft.

Die Ausgrabungen brachten jedoch nicht nur römische Spuren ans Licht. Auf dem insgesamt rund 4,6 Hektar großen Untersuchungsareal fanden die Archäologen zahlreiche Relikte aus Bronze- und Eisenzeit. Entdeckt wurden unter anderem Gräber, Hausgrundrisse und weitere Gegenstände, die auf eine Besiedlung durch Kelten hindeuten. Damit reicht die dokumentierte Geschichte des Areals deutlich weiter zurück als die römische Epoche.

Die Untersuchungen sind bislang erst zu etwa zwei Dritteln abgeschlossen. Noch bis Ende 2026 sollen die Archäologen das Gelände erforschen. Dabei hoffen sie auf weitere Erkenntnisse – möglicherweise sogar auf Überreste einer römischen Straßenstation, an der Reisende Pferde wechseln oder Fuhrwerke reparieren konnten.

Bemerkenswert ist der direkte Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Die historische Alblimes-Straße wird von der künftigen A8-Trasse gekreuzt. Die archäologischen Arbeiten sollen den Autobahnbau nach Angaben der Verantwortlichen nicht verzögern. Im Frühjahr 2027 soll anschließend der Bau des Tunnels Drackenstein beginnen.

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