Planung für ehemaliges Milchhof-Gelände

Essen. Auf dem ehemaligen Milchhof-Gelände im Essener Stadtteil Altenessen-Süd soll ein neues, modernes Wohnquartier entstehen. Die Stadt Essen hat mit einem aktuellen Beschluss die Grundlage für die weitere städtebauliche Entwicklung am Palmbuschweg gelegt. Damit rückt die Revitalisierung der rund drei Hektar großen Brachfläche einen entscheidenden Schritt näher. Geplant ist ein verkehrsarmes Wohngebiet mit deutlich reduzierter Lärmbelastung und hohem Grünanteil.

Zehn Wohngebäude und soziale Infrastruktur geplant

Das künftige Quartier soll aus insgesamt zehn Wohngebäuden sowie einem zusätzlichen Gebäude für soziale Einrichtungen bestehen. Vorgesehen sind dort unter anderem eine sechszügige Kindertagesstätte sowie seniorengerechte Wohngruppen. Etwa 40 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden, die übrigen Einheiten frei finanziert entstehen. Die Gebäude sollen überwiegend drei bis fünf Geschosse umfassen und sich harmonisch in die bestehende Nachbarschaft einfügen.

Ein zentrales Element der Planung ist eine autofreie, innenorientierte Quartiersstruktur. Der ruhende Verkehr wird überwiegend in einer Tiefgarage organisiert, wodurch an der Oberfläche großzügige Grün- und Aufenthaltsflächen entstehen können. Geplant sind rund 8.100 Quadratmeter offene Grünflächen sowie zusätzliche begrünte Dachflächen auf der Tiefgarage. Eine fußläufige Allee soll das Quartier durchziehen und zu einem zentralen Platz mit Spiel- und Aufenthaltsbereichen führen. Zudem ist entlang der Bahntrasse eine neue Radwegeverbindung vorgesehen, die künftig eine direkte Verbindung zwischen dem Bahnhof Altenessen und dem Kaiser-Wilhelm-Park schaffen könnte.

Vom Industrieareal zum Wohnstandort

Das Gelände des ehemaligen Milchhofs „Kutel“ liegt seit rund 25 Jahren brach. Frühere Planungen sahen eine gewerbliche Nutzung vor, wurden jedoch aufgrund zu hoher Verkehrs- und Umweltbelastungen verworfen. Mit der neuen Konzeption reagiert die Stadt auf die geänderten Anforderungen und setzt auf eine nachhaltige Innenentwicklung mit Wohnraum, Grünflächen und sozialer Infrastruktur.

Nächste Schritte: Planung, Vertrag und beschleunigtes Verfahren

Nach dem Grundsatzbeschluss wird die Öffentlichkeit in die weiteren Planungen einbezogen. Parallel werden die Vorhaben mit den zuständigen Fachbereichen abgestimmt und ein städtebaulicher Vertrag vorbereitet. Dieser soll unter anderem Vorgaben zum geförderten Wohnungsbau, zu Dachbegrünung, Photovoltaik, Mobilitätskonzepten und Bauqualität enthalten. Im Anschluss könnte ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren nach § 246e Baugesetzbuch angewendet werden, um den Wohnungsbau auf dem Gelände zu beschleunigen.

Mit dem Projekt will die Stadt Essen ein lange ungenutztes Areal in ein zukunftsfähiges, urbanes Wohnquartier mit hoher Lebensqualität transformieren.

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